Thailand ist schön - aber China erst

1          Vorwort 2

2          Taxi – Verkehr. 2

3          Preis / Leistung. 3

4          Supermärkte. 5

5          Verkehr. 7

6          Trinken. 9

7          Nachtleben. 11

8          Lächeln. 12

9          Telefonieren. 13

10       Schnee. 14

11       Essen. 15

12       Wohnen. 17

13       Bekleidung. 19

14       Schuhe aus. 20

15       Trinkgeld. 21

16       Wetter. 22

17       Akkuroller. 23

18       Infrastruktur. 25

19       Blumen. 26

20       Feiertage. 27

21       Hunde, Katzen und was sonst noch in den Kochtopf passt 29

22       Taxi 2. 30

23       Datum und Uhrzeit 33

24       Martin-Horn und Blaulicht 35

25       Brot und Brötchen, oder was man sonst so braucht zum deutschen Frühstück. 36

26       Flotte Bienen in weiß. 37

27       Sie, ganz in Weiß, Er in schwarz, oder mal sehen was die anderen in China tragen. 38

 


1Vorwort

 

Wie eingangs schon erwähnt „Wir über uns“ haben Natcha und ich uns in Thailand kennengelernt. Ich habe in Thailand eine Weile gearbeitet. 2008 hat es uns dann zusammen nach China verschlagen. Nach Suzhou. Dort waren wir fast 9 Monate. Der Vergleich, den ich hier ziehe ist nicht immer ernst gemeint. Aber in der Satire ist auch viel Wahrheit. Nach dieser ganzen Zeit, in China, Thailand und Deutschland, ist es Zeit dies Unterschiede und Gemeinsamkeiten einmal zu dokumentieren. Diese Datei ist Anfang 2008 ist China entstanden. Vielleicht hat sich in der Zwischenzeit etwas geändert. Man kann hoffen nur zum Guten.

 

Falls Fragen eurer Seits aufkommen zu diesen Themen bzw. schwerwiegenderen Problemen vorhanden sind, wir sind erreichbar. mailto:info@schoen.asia

 

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2           Taxi – Verkehr

 

Taxi fahren ist eine Schau für sich. Keiner versteht den andern, aber beide sind Happy das sie sich gefunden haben. Ohne Visitenkarte oder Stadtplan geht in China gar nichts. Wichtig ist, dass es auf Chinesisch da steht und nicht zu klein geschrieben ist. Weil, eine Brille braucht jeder Taxifahrer nur benutzen tut sie keiner. Im Auto soll man ja nichts lesen sondern fahren. Lesen lenkt ja auch nur ab vom Verkehr. Jedes Taxi ist ein „Highlight“. In der Kurve gut festhalten, nicht an die Tür kommen, weil: „zu sieht die nicht aus“. In manchen Taxis sind die Stoßdämpfer durch, in manchen sind die Bremsen nicht mehr so einwandfrei. Die Fenster sind immer auf, egal was für ein Wetter ist und der Taxifahrer hat einen faradayschen Käfig um sich oder besser gesagt in jedem Taxi ist ein bisschen Chinesische Mauer vorhanden. Der Fahrersitz wir gut abgeschottet vom Rest der Welt. Ist halt China. (China, Mauer eine Weile nichts und dann der Rest (Fahrgast). Jeden Tag ist Taxi fahren ein Abenteuer und bist du angekommen sagt man "Danke Buddha, ich lebe noch". Ach ja die Musik ist nicht zu unterschätzen im Taxi. Manchmal, aber nur manchmal kommt ein Monolog im Radio (so eine Stunde), das ist heiß. Für einen Thai ist das sehr suspekt, denn wer unterhält sich schon alleine und dann teilweise mit einer Betonung und Lautstärke die den Samen flockig werden lassen. Oh, die Bremsen sind auch fertig im Taxi, aber 12,8 km für 3,30€, wo kann man das noch erleben (iiiiiinnnn Thailand!!!). Aufs Taxi komm ich später noch mal zurück.

 

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3           Preis / Leistung

 

Wenn man verwöhnt worden ist von den Preisen im „gelobten Land“ Thailand, dann ist Deutschland schwer zu ertragen, aber China? Das Paradies auf Erden! Alles billig, die Leute kosten nichts, alles wird in China hergestellt es kosten nichts……!!!

Weit gefehlt. Da wo Ausländer sind, sind Ausländer Preise und die sind heftig. Pattaya war schon teuer gegenüber Thailand, aber noch immer ein Paradies. Aber hier, halleluja. Eine Pizza bei Papa Johns, 14" 12€, ich glaub die ist bei uns um die Ecken in Deutschland billiger. Na, es geht auch billiger, Mr. Pizza 9" Salami 4,50€, Thailand 3,50€. Rindersteak koste hier zwischen 9,00€-18,00€. Etwas billiger als bei uns aber 30% teurer als im "gelobten Land". Zum Trinken komme ich später.

Dienstleistung ist billig, aber man muss erst einmal verstanden werden bis man den Dienst in Anspruch nehmen kann den man gerne hätte.

Z. Bsp. Laptop: er ist ein bisschen defekt. Die Tastatur tut es nicht mehr richtig. Ich suche die Laptopreparaturwerkstatt auf. Die Adresse bekam ich von einer Chinesischen Mitarbeiterin. Ich komme da hin. Ein riesen Kaufhaus, 5 Etagen. Ganz oben sind die Werkstätten. Suchst du dir mal eine aus, dachte ich mir so. Gab ja genug davon. Jetzt und:- er spricht kein Wort englisch – „Verdammt“. Ich zeige ihm das Problem. Ich denke das kann man verstehen, weil er es ja sieht.

Ratlosigkeit. Laptop, Computer, Keyboard, Brötchen.... Es war eine Laptopreparatur Service-Stelle kein Bäcker, dachte ich. Nummer 2 kommt dazu. Er klimpert auf der Tastatur rum. Ratlosigkeit. He, vielleicht hilft eine USB Maus. Ach „schei…“ damit kann man nicht schreiben. Ernst bleiben Rene und ganz ruhig wir sind in Thailand, halt nein China. Fast das gleiche nur ich sehe keine Antilopen-Augen. Alles Schlitzaugen, keine Schlitzohren. Er telefoniert, super jetzt wird uns geholfen. Telefonieren auf Chinesisch ist wie in Thailand, es wird viel gesprochen aber nicht gesagt. Nach 3min gibt er mir das Telefon "Hello" - "Hello" "You speak englisch" - "Yes", aber er wohl kein Chinesisch den er fragt mich wo das Problem sei. Hae, was haben die beiden 3min gemacht. OK, ganz langsam in Englisch. Aber geholfen hat es nicht. (Mein Kollege hatte wohl Recht als er mal sagte, „sprich nie mit einem Chinesen am Telefon“ seine Devise). Er hat verstanden dass ich ein Problem habe, aber er sagt, er ist nicht im Laden. Klar, das sehe ich auch. Auf die Frage, wann er denn hier sei, wusste er keine Antwort. Ok, das war nichts.

Der 3. kommt, intelligentes Gesicht, klimpert auf der Tatstatur herum. Ratlosigkeit, „möglicherweise können wir die Tastatur ja austauschen“ meint Nummer 3. He wir sind eine Laptopreparatur-Stelle. Super sage ich, könnt ihr eine deutsche Tastatur besorgen. Deutsch, Englisch, Chinesisch. Wo ist da der Unterschied? Meinte er. Ha, wir sind in China! Wir können alles Kopieren ab nicht selber denken. "Ist eine deutsche Tastatur anders als eine Englische? Wie viele Tasten sind denn anders." Möglicherweise könnten sie diese ja Um beschriften (gravieren). In China ist ja alles möglich, dachte ich mir so. Naja 2. Telefongespräch 3min Vorspiel dann ich, jo der spricht besser englisch, 3Tag, dann habe ich eine neue Tastatur - "in Deutsch" frage ich. "May be". Hallo "Mey Be". May be heißt alles: Deutsch, Englisch, Chinesisch, he Thai ist auch gut, der Laptop ist eh für Natcha. Aber Natcha sagt, sie möchte Deutsch lernen, nicht englisch, chinesisch oder Thai. Also May be in China, „I hate it“.

Ok sagte ich zu Ihm „ich lass ihn in Deutschland reparieren.“ Ist wohl besser für mich und meine Laptop. Leider kannten sie auch keine Schraubendreher, um den Laptop mal zu öffnen, denn wahrscheinlich ist nur die Platine verrutscht. Aber sag das mal auf Chinesisch (Englisch). Bye Bye ging auch.

Aber jetzt kommt es, das war der erste Anlauf zur Reparatur. Ich habe noch ein Handy, Nokia, das spinnt ein bisschen. OK, eine Etage tiefer. Handyservice, kein Bäcker. "Hallo, Can I help you" super der spricht Englisch. Die Sonne ist gerade im Laden aufgegangen. "Yes" .Das Handy geht an und aus. Ich zeige es Ihm. Das Handy geht an und aus. Man denkt er kann sehen, aber er spricht Englisch, von Sehen hat keiner gesprochen. Ich solle das Problem mal aufschreiben. Haa, verblüffend er spricht nicht nur er liest auch, aber dass das Handy an und aus geht sieht er nicht. Ich schreibe, wichtig ist, einfach sprechen und schreiben, das ist der Schlüssel zu Erfolg, "Problem, Handy on - off". Jetzt kam Nummer 2 dazu. Weil 4 Augen sehen mehr als 2. Hum, das Handy geht an und aus. Super er kann sehen! Mit der SD-Card habe ich das Problem, weil ohne es ja einwandfrei geht. OK, Problem erkannt, wir tauschen die SD-Card. "No, this is not the Problem" weil ich sie schon getauscht habe. Das Problem bleibt. Getreu dem Motto, traue nie einem Ausländer, holt er eine niegel-nagel-neue SD-Card aus dem Schrank. Verdammt, das blöde Telefon tut es immer noch nicht. Der Akku, der Akku? Der Akku! Der ist voll, hum. Software, ja die Software, die Software ist das Problem. Kannst du diese neu aufspielen, frage ich. May be. Was heißt „May be“. „May be“ heißt ja. Ja ist gut, vielleicht habe ich gerade gewonnen. Aber sein Blick verrät mir, da ist noch ein Hacken. "Hast du ein Problem" frage ich. „Ja“ sagte er und er fragte „was ist das für ein Telefon“, so etwas habe ich noch nie gesehen. Nokia, wer ist das. "Eine Bäckerei?" Mein anderes Telefon wird auch bestaunt. Beide Telefone sehen gut aus, aber sie sind völlig unbekannt in China (bei Ihm). Deswegen könnte er mir auch nicht helfen. Ich könnte ja ein neues bei ihm kaufen. Natcha meinte auch, wir sollten ein neues Telefon kaufen. Da waren sie wieder meine Probleme. Alle wollen nur das Beste von mir (mein Geld).

Was machst du jetzt, denke ich so bei mir. - Ich fragte Ihn. „Was für eine Sprache ist auf dem Telefon“. Jetzt hatte ich mein Problem gelöst, ja. Natcha möchte nämlich Deutsch lernen und nicht Chinesisch oder Englisch und er… Die Antwort kam, wie ich sie erwartet haben „Chinesisch, wenn man Glück hat geht es auch auf Englisch“. Er könnte die Software ändern „May be“. Und "Thai" frage ich, "was ist Thai" meinte er. Deutsch und Thai waren nicht im Software-Wortschatz enthalten. Tja dann Danke und Bye Bye.

Die Dienstleistungen waren kostenlos, also super billig. Für eine Stunde Arbeit ein super Stundenlohn. Ich liebe China, alles ist billig. Bei uns bleibt alles beim Alten. Am Laptop ist die USB-Maus, halt USB-Tastatur, und nach 30mal an und aus bleibt das Handy auch wieder mit SD-Card an. Man muss nur etwas Geduld haben.

 

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4           Supermärkte

 

Supermärkte, ich glaube eine Erfindung der Amerikaner. Schnell und billig einkaufen. Nach dem Motte rein, rauf, runter, raus. Aber in China, Supermärkte? Sie gibt es, groß und preiswert, aber schnell? Nein, nicht schnell. Ich glauben in der Wochen hängt an jedem Tag, „Morgen ein Feiertag“ (wie in Deutschland: 1 Tag vor einem Feiertag). Menschen über Menschen. OK, einen Korb zum Schieben bekommst du immer, das haben die Chinesen gut im Griff, aber der Korb wäre besser unsichtbar und Materie-Frei, weil schieben geht gar nicht. Naja, ein bisschen. Nach deutscher Mentalität, den Ellenbogen raus und durch. Klapp manchmal. Deswegen haben schon viele Chinesen blau Flecken von meinen Körben. Falls Natcha den Korb schiebt machen wir Standübungen, aber auch das ist schön. Dann hat man mal Zeit in die Regale zu sehen. Vorausgesetz du stehst an einem und nicht mitten im Gang.

Mann steht nie am Regal. Irgendeiner steht immer zwischen dir und den heiß begehrten Lebensmitteln die man so dringest haben möchte. Bekommen tut man fast alles was das Herz begehrt. Mehr oder weniger billig bzw. teuer. Alles was Chinesen kaufen ist billig, alles was Ausländer gern haben ist teuer. Einfache Regel die funktioniert. Reis ist billig, fast so billig wie in Thailand, doch der Reis aus China schmeckt nicht sagt meine Verlobte und sie weiß wie Reis schmecken muss. Naja, 22 Jahr Reis essen, 3mal täglich als Grundnahrungsmittel, prägt halt den Gaumen. Dennoch, bei unserem 1. Einkauf im Auchan gab es einen Freudentanz im Supermarkt. Die Halle bebte trotz 45Kg Körpergewicht. Die Vibrationen spürte man wahrscheinlich bis Shanghai. Deswegen sind die Container verrutsch im Zoll und die Papiere damit falsch (kleiner Insider Witz). In Thailand wird viel gelächelt, aber das war kein lächeln. Nein, das war was anderes! Die Mundwinkel trafen sich am Hinterkopf! Bildlich gesehen, ein Schrei, aber Thais schreien nicht sie sind "bau bau" leise. Aber das Gesicht strahlte. Dagegen war die Überraschung das ich 1 Woche früher nach Thailand kam im November kalter Kaffee. Hurra es gibt den Lieblingsreis aus Thailand hier. Ansonsten kann man viele deutsche Produkte hier kaufen, sogar Gewürzgurken von Kühne. Wenn das nichts ist. Thai-Saucen, Thai-Öl, Thai-Gemüse und Thai-RRRReeeiiiiissss steht aber bei uns eher auf der Einkaufsliste als Steak, Kartoffeln und Mischgemüse (Noch 5 Monate weiter und es wird sich massiv ändern, Kein Scherz, das passiert). Daraus muss man dann nur noch lecker Thai-Essen kochen. Ich glaub, ich habe nicht abgenommen seit dem ich hier bin und Natcha, nicht wie im November 8 Tag hier und 4Kg abgenommen, nein ich denke sie hat ein gutes Kilo mehr auf die Hüften bekommen. Manche Hosen, ich mein sie waren immer eng bei Ihr, aber bei manchen Hosen muss sie tief ausatmen damit sie zu gehen. Das heißt, leckere Zutaten, kochen können, lecker essen. Das letzter kann ich beim Thai Food hervorragend.

Alles in allem „Hast du Thai Koch im Haus, geht dir nie das Essen aus“.

Aber Supermärkte, da waren wir wieder beim Thema. Im Auchan ist, glaube ich, jeder Tag ein Tag vor einem Feiertag. Aber am Wochenende. Am Wochenende denkt man, hier müsste mal geputzt werden. Der Boden ist schwarz, aber nein das ist kein Dreck das sind ganz viele und wenn ich sage "ganz viele, dann meine ich ganz viele" kleinen Chinesen. Man sieht nur schwarz, nach ca. 30min sieht man dann nur noch Rot. Dann kommen solche Gedanken wie "Ich bin ein Farang, holt mich hier raus", oder „Hilf mir Stallone, komm Spiel noch mal Rambo“. Es hilft nicht, aus Fehlern kann man nur lernen. Fahre nie am Wochenende einkaufen.

Ach ja, da ist noch die Metro. Wir haben Werbung im Briefkasten. Gut, den Schlüssel für den Briefkasten haben wir noch nicht. Ist auch nicht wichtig, weil niemand uns hier kennt. Aber das Prospekt konnte man so herausziehen. Gesagt, getan. Wir fahren mit dem Taxi zur Metro. Die erste Frage vom Taxifahrer auf Chinesisch. Er zappelt wild mit den Händen umher. Fast hätte er einen Knoten in den Armen bekommen, so wild sah das aus. Daraus deuteten wir es gibt 2-mal die Metro in Suzhou. Was nun? Ich denke wir sind zur entfernteren gefahren, Umsatz ist halt alles. Schließlich bezahlten wir 42RMB, das waren 15km. Hej, Metro, Heimat, deutsche Fahnen und das sehr viele. Hier bin ich zu Hause, dachte ich. Natcha war das egal, Hauptsache der Reis kommt hier auch aus Thailand. Irgendwie muss die Wohnung noch ein bisschen eingerichtet werden und eine Hose und Jacke brauchten wir auch noch. Natcha brauchte noch ein paar Turnschuhe und warme Frottee-Schlafanzüge mussten auch her. Also los. 2 Einkaufswagen und auf in die Heimat. Boo, war das schön, eine Ruhe kaum Leute, halt wie in Deutschland. Entspannung pur. Gut die Metro ist etwas teurer als der Auchan, aber man kommt ohne blaue Flecken nach Hause. Das ist es wert, dachte ich mir so. Nach dem Motto "Mach den Einkaufswagen voll Baby" war nach einer Stunde die Entspannung vorbei. An der Kasse brauchten wir auch nicht lange warten. Wir haben alles aufs Band gelegt, so gut es ging. Nachschieben geht ja immer. Aber dann, die nette Kassiererin stellt mir eine Frage auf Chinesisch. Wir verstanden kein Wort, dann dämmerte es. Bei der 2. Frage wollte ich nicht verstehen, denn ich habe verstanden. Sie wollte eine Karte. Eine Karte, das wir Geschäftskunden sind. Jetzt dumm stellen, Ausländer verstehen kein chinesisch. Es half nichts, sie zeigte mir eine Karte. "No have". Ups, was nun? 2 Körbe voll, alles stehen lassen und gehen? Ok, das wollte sie auch nicht. Also fing sie an zu telefonieren. Und es geht doch! Nach 3 Minuten kassierte sie ab. Sie kassierte und kassierte und kassierte. Meine Augen suchte inzwischen das Schild "Wir nehmen Kreditkaten", aber ich fand nichts. 3200RMB! Ich gebe ihr die Amex. Sie winkte ab. Naja, Amex wird nicht immer genommen, ich gebe ihr meine Master Card. Sie winkte wieder ab. Der Kollege hinter uns sagte dann auf Deutsch "hier nimmt man nur Bar!". Er war auch schon genervt, weil 2 Einkaufskörben voll, das dauert. Ich habe nur 1200RMB mit. Was nun? Die Kassiererin sieht mich entsetzt an, kein Lächeln wie in Thailand, nein sie sagte "ATM" und das Gesicht war verdammt ernst. Das verstand ich. ATM ist Thai und wahrscheinlich auch chinesisch und heißt auf deutsche Geldautomat. Wo ist einer? Sie wedelte mit Ihren Armen und zeigte auf den Eingang. Der Kollege hinter uns nahm vor Wut seine Sachen vom Band und ging zur anderen Kasse und ich suchte am Eingang den ATM. Geld geholt und bezahlt. Metro nie wieder, ein Supermarkt der keine Kreditkarte nimmt ist kein Supermarkt für mich. Das ist im Auchan besser. Ein bisschen besser, denn im Auchan mach bezahlen mit Amex richtig Spaß. Weil hinter dir stehen immer Chinesen und Chinesen können warten. Das haben sie gelernt im Kommunismus. Ich kenne das auch noch von der DDR und in Thailand schwelgt man sich auch in Ruhe und Geduld. Im Auchan bezahlen mit Kreditkarte heißt, deine Karten bekommt Beine mit der Kassiererin zusammen. Sie sucht an 50 Kassen das Gerät zum abrechen. Jetzt ist es für sie wichtig ihre Kasse zu sperren, den zu zahlenden Betrag auf ihre Hand zu schreiben und dann das Amex-Gerät suchen. Hoffentlich steht nur ein Betrag auf der Hand, denke ich mir so. Gut, sie hat 2 Hände, hoffentlich bezahlten heute noch nicht so viele mit Amex. Nach 2-5 Minuten kommt sie dann wieder. Ich unterschreibe und kann dann ganz „entspannt“ mit dem Taxi nach Hause fahren. Großen Spaß macht das am Wochenende wenn man nach 30min rot sieht und 2 Einkaufskörben hat (einen für Firma und einen Privat) und die Schlange 10m lang ist. Beim ersten Mal denkt die Kassiererin wahrscheinlich "Verdammt, ich: Ich muss jetzt los rennen?", aber beim 2. Mal hat sie sogar gelächelt. Sie wusste ja wo das Gerät steht, aber sie hat auch nur 2 Hände und hoffentlich war die 2. Hand noch frei und keiner vor mir mit der Amex-Kreditkarte da. Dennoch, alles ging gut, sogar die Chinesen hinter uns fingen an zu lächeln. Es macht halt Spaß im Auchan am Wochenende das Chaos noch mal zu toppen als Ausländer. Wichtig ist die Devise „Bleib ruhig und gelassen, die Asiaten machen das schon und wenn nicht - No Problem“ Das Leben geht weiter.

Dagegen ist das Einkaufen Thailand richtig langweilig. Im Big C oder Lotus bekommt man alles was das Herz begehrt. Außer, Alkohol von 11:00-17:00. Ja, Alkohol bekommst du nicht in dieser Zeit. Das sagen dir alle Verkäufer, aber. Wenn das Wort „Aber“ nicht wäre. Kaufst du mehr als 10 Liter Alkohol, dann ist es wieder Möglich ihn mit zunehmen. Das ist schon ein Witz, 3 Flaschen Bier kannst du nicht kaufen, aber 3 Kisten gehen. Naja, das Zeug wir nicht schlecht und einen Grund zu feiern gibt es immer. Ansonsten sind Farang-Produkte doch einiges preiswerter in Thailand als in China und die Auswahl in Thailand ist viel größer. Die Qualität und der Geschmack sind ebenfalls in Thailand besser.

Kurz um, im thailändischen Supermarkt fühlt man sich wie im deutschen Supermarkt.

 

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5           Verkehr

 

Der Verkehr in Asien ist wahrscheinlich überall gleich, damit meine ich den Straßenverkehr. Wobei ich nicht denke, dass der Schlitz irgendwo auf der Welt auch nicht in China quer liegt. Erfahrung ist halt alles (haben Kollegen gesagt). Im Straßenverkehr herrscht eine goldene Regel. Der Klügere gibt nach. Das ist besser. Der Klügere ist meist der Schwächere und damit ich. Die Theorie meines Kollegen „In jeder Farbe ist ein bisschen grün“, ist hier Realität. Grün ist fast immer für alle da. Um einen Bus oder LKW zum Stehen zu bringen muss man das Bremspedal betätigen, aber dafür ist Energie notwendig. In China geht alles etwas langsamer, also auch die Energie zum betätigen des Bremspedals. Also Busse und LKW haben immer Vorfahrt. Selbst der Taxifahrer findet sehr schnell Energiereserven zum Bremsen, wenn der Bus kommt. Danke Buddha! Getreu dem Motte grün ist für mich rot für die anderen, kann man die Straße auch nicht sicher bei grün überqueren. Ich glaube mit Augen zu ist das wie „Russisch Roulette“. In Thailand halten die Autos, manchmal sogar die Mopeds an, am Zebrastreifen. Aber hier. Hier gibt es alle 60m einen Zebrastreifen der über die Straße führt, aber manchmal im Blumenbeet beginnt und endet. Eine hervorragende Leistung einer Chinesischen Fachgruppe für Straßenplanung. An Kreuzungen gibt es rund um die Kreuzung Zebrastreifen, Ampeln und Fußgängerampeln. Alles funktioniert hervorragend. Ein Lob an die Hard- und Software die den Verkehr regeln. Aber es hat wohl keiner der Chinesischen Fachgruppe für Straßenverkehrsplanung die Chinesische Straßenverkehrsordnung gelesen wo drin steht, dass man immer rechts abbiegen kann. Auch der Bus. Und so ein Fußgänger mit verbunden, ausländischen Augen hat grün. Der Bus auch! Aber er biegt doch ab! Erkläre ihm das mal auf Chinesisch, wenn du an der Frontscheibe klebst. Ich denke die Chinesen sagen sich wir haben 1,2 Milliarden Einwohner. Da ist einer mehr oder weniger zu verkraften. Bei Ausländern ist das ähnlich. Denn es gibt 4-mal mehr Ausländer als Chinesen auf der Welt. Da spielt einer mehr oder weniger doch nun wirklich keine Rolle. Der Grundsatz in China ist trotzdem verblüffend. Grundsätzlich möchte kein Chinese einem andern Menschen wehtun. Deswegen fahren sie auch meisten um dich drum herum.

Fahrräder sind ein tolle Sache in Suzhou. Sie sind billig und es gibt Fahrradwegen die sind breiter als manche Straße in Deutschland. Aber auf diesem Fahrradweg fährt alles. Fahrräder, klar. Mopeds, Motorroller und Autos. Meisten parken sie dort. Mit Mopeds und Motorrollern haben wir ein ziemliches Problem, denn man hört sie nicht. Sind sie da, sind sie weg. Sie fahre auf Akku. Im Straßenverkehr währen Leuchtturm-Rundherum-Augen am besten. Weil so ein Moped von hinten, dass dir über den Fuß fährt ist bestimmt nicht angenehm. Wir kauften uns Fahrräder, billig, schnell, einfach. Halt für 8 Monate. Länger müssen sie nicht halten. Wo macht man das, „Einfach, billig und schnell, naja nicht gleich schnell “. Im Auchan. Das Fahrrad war schnell gefunden 300RMB / 30,00€. Ein kleiner Korb muss noch ran und ein Schloss. Habe ich erwähnt dass es Samstag war. Im Physikunterricht habe ich gelernt „Wo ein Körper ist kann kein zweiter sein“. Auch diese Theorie ist in China veraltet. Ok, Fahrrad, Korb, Schloss, einpacken zur Kasse und weg. Halt! So einfach geht das nicht. Es gibt Mitarbeiter im Auchan die bauen dir alles an. Au Backe. 3 Mitarbeiter für 1,2 Milliarden Chinesen. Ich dachte ganz China ist heute im Auchan um Fahrräder zu kaufen. Warten, warten und noch etwas warten. Ca. 20min. Das ging doch noch, ich bin ja auch schon eine Weile in Asien. Man lernt ja. Gesagt, gewartet, getan. Nach weiteren 15min war der freundlich, aber nicht lächelnde Mitarbeiter mit unseren 2 Rädern fertig. Zettel ausgefüllt und zu Kasse. An der Kasse. Na, was jetzt kommt wisst ihr bereits. 10m Schlange und die Kreditkarte. Nach etwas mehr als einer Stunde waren wir in Freiheit. Jetzt brauchten wir kein Taxi mehr. Buddha sei Dank. Wir sind jetzt aufgestiegen in der Kette der Schwachen vom Fußgänger zum Fahrradfahrer. Wir waren wer, aber Vorsicht in Thailand herrscht Linksverkehr. Natcha fahr rechts! Nach der dritten Abmahnung ging es dann problemlos. Fahren macht Spaß, denn es gibt keine Berge und der Wind ist Ok. Aber die Frontscheibe bei Bussen oder LKWs ist so groß, dass das Fahrrad auch mit Fahrer auf diese Passt. Licht gibt es für Fahrräder generell nicht, auch nicht als Zubehör. Die Straßen sind alle beleuchtet und Busse, LKWs und Autos haben alle Licht. Das reicht, denn er sieht dich doch! Heißt es. Ein Radfahrer muss nicht sehen, er wird gesehen. Wirklich? Diese Theorie muss sich noch beweisen.

 

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6           Trinken

 

In China muss man wie in Thailand viel trinken. Nicht was Ihr denkt. Nein, Wasser. In Thailand ist es heiß und in China ist es trocken. 2 Liter Flüssigkeit mindestens. OK, 1,5 Liter Wasser, der Rest wird mit Kaffee, Wein, Gin-Tonic und Bier gut aufgefüllt. Die 2-Litermarke kann dabei auch überschritten werden. Dennoch ist Vorsicht angeraten, denn die Preise sind wie in Deutschland. Jeden Tag in Deutschland in die Kneipe. Zu zweit. Dann wird man schnell Arm. Wie eingangs erwähnt kochen wir zu Hause und besuchen nur ab und zu diverse Bars. Zu Hause hat man dann Zeit zum Schreiben, Deutsch und Thai lernen. Musik gibt es auch, nur Fernsehen ist etwas anstrengend. Nicht weil der Fernseher klein wäre, 42“ Flat sollten reichen. Sondern es gibt 40 Sender, aber alles auf Chinesisch. Alkohol gibt es in ausreichender Auswahl im Supermarkt. Wein, der einheimische Wein ist verdammt billig. So zwischen 2-4€ je Flasche. Man muss sie Durchtesten um den guten zu finden. Generell habe ich kein Problem damit. „Drei Litermarke ich komme!“ Die Weine aus China kann man trinken, meistens. Es gibt auch deutschen „Grau Burgunder“ und „Riesling“ hier, aber ehrlich das möchte man nicht bezahlen (12-20€). Ausländischer Wein kostet ab 7€ aufwärts. Die Chinesen trinken übrigens auch Wein, dass sehr viel und in sehr kurzer Zeit. Was Chinesen aber als Wein bezeichnet heißt für uns Ausländer „Vorsicht“. Der Reiswein hier geht ab vol52% los und endet irgendwo. Und alles auf „Gam Bay“ auf „Ex“. Reiswein ist nur ein bisschen lecker und nur mit viel Essen zu genießen. Er ist auch nichts für kleine Thai-Frauen. Das Gesicht von Natcha ging vom Lächeln in schmerzen über. Bis zur Blase war der zu spüren, erzählte sie mir später.

Erfahrung ist halt alles in China.

Aber ab und zu muss man raus, dann heißt die erste Adresse Blue Marlin II. 10min Fußweg von uns oder 4min mit dem Rad. Im Dunkel immer wieder schön. Aber man wird ja gesehen. Geld sollte man in ausreichenden, kleinen, nicht durchnummerierten Scheinen immer dabei haben. Weil billig wird es nicht. Das kuriose dabei ist, Natcha trinkt keinen Alkohol, na ja ein bisschen. Aber eine Apfelschorle kostet fast genau so viel wie ein Gin-Tonic. Wasser gibt es umsonst, wenn es aus dem Tank kommt. Ansonsten, setz dich. Eine Flasche 0,25 Liter Evian kostet 2,50€ an der Bar. Es trinken halt nur Ausländer Evian. Chinesen trinken Wasser aus dem Tank. Wasser aus dem Tank heißt, es gibt kaltes und heißes Wasser. Warm gibt es nicht im chinesischen Wortschatz, auch nicht auf Englisch. Natcha möchte aber warmes Wasser. Frauen und Ihre Sonderwünsche. Ok, Ich bestelle für mich kaltes Wasser und Gin-Tonic und für Natcha heißes Wasser und eine Apfelschorle. Das klappt, aber nur im Blue Marlin II. Weil Apfelschorle, sie steht so auf der Karte, ist „weiß Gott“ (Buddha) nicht englisch. Der Wassertank 18,9 Liter kostet übrigens 13RMB das sind 1,2€. Mit dem Preis kann man leben und sich voll laufen lassen. Mit Bier geht das übrigens auch. Allen schmeckt es, wenn da „Bumpui“ nicht wäre. „Bumpui“ ist Thai und heißt so viel wie „dicker Bauch“. Jeder kennt das Problem. Ein Problem gibt es auch noch. Mit viel Bier bist du dann auch immer viel unterwegs falls du die 4-Litermarke knacken möchtest. Das Bier kostet dasselbe wie bei uns. Ich bleib aber lieber bei Gin-Tonic. Betrunken oder wie der Thailänder sagt „mau mau“ wird man davon auch und die „Schlagzahl“ ist bedeuten geringer. Das fällt dann bei Frauen auch nicht so auf. Dann kommt auch die Bemerkung nicht, „wie 10 Bier?“. Achtung, Frauen haben an der Bar wahrscheinlich einen Vertrag mit dem Kellner gemacht. Jedes alkoholische Getränke eine SMS. Die „Weiber“ bekommen alles mit! Auch wenn sie zu Hause sind! Zehn Gin-Tonics habe ich noch nicht geschafft. Falls 5 Gin-Tonics nicht reichen sollten, lässt man halt durch seinen Kumpel unauffällig noch einen leckeren Glenfiddich bestellen. Der hilft garantiert und seine Frau bekommt die SMS. Böse Zungen behaupten in China wird alles kopiert, sogar Schnaps und Zigarette. An Marlboro, (oh mein Buddha, ich rauche nicht mehr), habe ich noch keine Steuermarke gesehen. In Thailand gibt es die Marlboro mit Steuermarke in Supermärkten. In China nicht. Warum? Schmecken sollen sie ähnlich, aber nicht so gut. In Discotheken sollen meine besten Kumpels „Johnny und Jack“ auch gepanscht, beziehungsweise komplett falsch sein. Kann ich nicht bestätigen. Wir waren noch nicht da. Die Nachtclubs liegen etwas außerhalb und sind deshalb mit dem Fahrrad zu weit und mit dem Taxi….., bei dem Verkehr! Die Nacht sollt zum Schlafen sein, warum also Verkehr.

 

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7           Nachtleben

 

Das Nachtleben ist spannend. In China wie in Thailand. In Suzhou gibt es diverse Bars, Diskotheken und jede Menge KTV. In vielen Bars gibt es Live Musik die mal besser und mal schlechter ist. Die Preise sind fas überall gleich. Und es ist mal mehr und mal weniger voll. Interessanter sind da die Nachtklubs. Laut Musik, schöne Frauen uns saufen bis zum Umfallen. Man ist das hart. Hier kannst du nicht eine Flasche Bier oder einen Gin-Tonic bestellen. Das Herrengedeck beginnt bei 12 Flaschen Heinecken. Oder noch besser 1 Flasche Whisky besser 2. Das ist viel billiger. Die Cola gibt es dann übrigens umsonst. Dann kann die Sauferei ja losgehen. Nach 30 min stört dich die Musik nicht mehr. Hinter dem Tresen stehen eine Menge hübscher Chinesinnen. Alle völlig abgedreht mit Leberschaden und hacke Breit. Aber einer geht noch. Die Mädels gehen nämlich von Kunde zu Kunde und immer „Gam Bay“. Dadurch hält sich so eine Flasche Whisky (55€) nicht lange. Deswegen kosten 2 nur 80€. Bier trinken ist für die Mädels nicht so interessant, aber immer nach dem Motto „Hopp, hopp rinn in den Kopp) geht das alles. Keine Ahnung wie lang man diese Spielchen mitmacht aber als wir gegangen sind standen sie immer noch hinter dem Tresen.

Die Krönung gibt es im KTV. Wenn 3 Ausländer und 2 Chinesen in einen KTV gehen, heißt das für den Beisitzer, jetzt gibt es Geld und nicht zu knapp. Wir da rein, Abschluss-Junggesellenabend. Das letzte Bier und dann nach Haus. Die ab Morgen getraute Verlobte warten vielleicht schon, oder?

5 Männer auf dem Sofa. 5 Frauen standen vor uns. Ihr könnt euch eine aussuchen, hieß es. Wenn sie euch nicht gefallen holen wir Nachschub. Der Nachschub kam. Alle saßen schön brav auf dem Sofa. Jetzt begann die Pflichtveranstalltung. He, nicht das was ihr denkt. Singen, Karaoke. Das war ein Gejaule. Joy Gruttmann konnte das besser als wir. Und es wurde aufgetischt. Getränke, Obst und Ladydrinks. Nach 30 min wollte keiner mehr singen und eine gute bezirzen wollte halb 3 auch keiner mehr. Ach ja, 65€ für die Nacht mit auf dem Tisch tanzen. Und nur auf dem Tisch tanzen? 55€. Ich nehm das fick… Ok, war nicht so einfach als fast Ehemann. Aber was soll man machen. Wir hatten ja zwei Probleme. Das Licht war gedämmt und betrunken waren wir auch. Als schön war alles. Wir gehen. Kann ich mal mein Bier bezahlen. Die Rechnung kam. 1200RMB fast 120€ für was. Als Deutscher habe ich „Geduld“ gelernt in Asien. Bloß gut das wir 2 Chinesen dabei hatten. Las die machen. Als mein Supervisor aufstand schossen mit einige Dinge durch den Kopf. Alle diese Dinge hatten kein gutes Ende in Aussicht. Aber Argumente auf Chinesisch können auch ohne Fäuste wirken. Zum Glück taten sie das. Das Argument war ziemlich klar formuliert. Entweder wir bezahlen deutlich weniger, oder er telefoniert die gesamte Mannschaft von 40 Kollegen zusammen (mit einem Anruf). Die sind in 5min hier. Das zeigte Wirkung. Mit 200RMB / 20€ waren wir dann geheilt vom KTV.

 

Und Moral von der Geschichte, gehe nicht in einen KTV ohne Insider Begleitung.

 

Da war doch noch was. Ja, in Thailand gab es doch auch so was wie ein Nachtleben, oder irre ich mich?

Kleiner Spaß am Rande. Pattaya, ja Pattaya. Wer Pattaya kennt braucht hier nicht weiter lesen. Die eigenen Erfahrungen die jeder dort gemacht hat sind wahrscheinlich unübertroffen. Dies Stadt und das drum herum in der Vielfalt und Menge gibt es nicht ein zweites Mal auf diesem Globus. All meine Kollegen habe ich damals vorgewarnt. „Schlafen in Pattaya ist Luxus den man sich nicht leisten kann“. Keiner wollte oder konnte mir diese Worte glauben. Bis, ja bis sie dort angekommen sind. Ein bis zwei Wochen später kam dann das Feedback. „Da hattest auf ganzer Linie Recht. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Aber schön ist es doch. Pattaya übertrifft meine kühnsten Träume“. Dies oder ähnliche Äußerungen kamen von fast allen Seiten. Wer Pattaya kennt weiß wovon wir reden.

 

Man muss Pattaya erlebt haben.

 

Eins ist auf jeden Fall klar. Das Nachtleben von Deutschland ist dagegen „kalter Kaffee“.

 

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8           Lächeln

 

In der VR China wird nicht gelacht, im Kommunismus gibt es ja bekanntlich nichts zu lachen. Obwohl, früher in der DDR haben wir schon gelacht und Galgenhumor gab es in Hülle und Fülle. Den Galgenhumor habe ich auch bis heute nicht verloren. Unser Kunde fragt mich auch jeden Tag ob ich noch lachen könne. Dann kommt das Zitat von Herbert Grönemeyer über meine Lippen „Lache, wenn es zum Weinen nicht reicht“. Gut, in China habe ich auch noch niemanden weinen sehen. Aber lachen? Wenn du hier einen Asiaten lachen siehst kommt er aus Malaysia, den Philippinen oder aus Thailand, jedoch nicht aus China. Ich bekam mal einen Anruf im Supermarkt, es war in der Woche, deswegen waren nur 600 Millionen Chinesen dort. Mein gegenüber vom Telefon hat mich zum Lachen gebracht, aber richtig. Oh war das Natcha peinlich. Weil so laut darf man in der Öffentlichkeit auch in Thailand nicht lachen und schon gar nicht in der VR China. Die Chinesen wussten gar nicht wie ihnen geschieht. Die dachten womöglich, - „vielleicht ist der vom Geheimdienst und will uns testen“. Großes Gucken machte sich breit und Unverständnis. Ich hörte auf mit Lachen und das Leben ging weiter. Oder ist deswegen doch noch ein Sack Reis umgefallen? Egal. Einen Chinesen habe jedenfalls noch nicht lächeln gesehen. Chinesische Frauen sind manchmal etwas anders. Sie sind für ein Lächeln eher zu haben, wenn sie Kinder dabei haben. Denn wenn Natcha das Kind sieht bekommt sie garantiert ein Blick der Eisberge zum Schmelzen bringt. So einen Blick, den man auf der Titanic gebraucht hätte 30 Sekunden vor der Kollision. Weil man nach 10 Sekunden den Eisberg in ein Cocktailglas hätte legen können. Diesen Blick meine ich. Dann kommt sogar bei einer Chinesin ein trockenes, müdes Lächeln über die Lippen. In Bars sieht das anders aus. Das Personal ist freundlich, meist wird englisch gesprochen und in der Regel bekommt man sogar das was man bestellt hat. Plus ein lächeln, aber ein Profilächeln, dass ist nicht das Lächeln was man aus Thailand kennt. In jedem Chinesen ist halt doch ein bisschen deutsche.

Leicht unterkühlt und zurückhaltend.

 

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9           Telefonieren

 

In Thailand war das Telefonieren einfach. Ab in den Supermarkt, SIM-Karte geholt, Guthaben mit gekauft. SIM-Karte einlegen ins Handy. Rubbeln, Nummer eingeben und losgeht. Wichtig war nur die Vorwahl vor der Vorwahl, sonst wird es teuer. Das Guthaben konnte man per SMS abrufen.

Aber in China ist alles etwas anders, hier in der Provinz Nanjing. In Dorf Suzhou wo nur 6,25 Millionen Einwohner gemeldet sind ticken die Uhren etwas anders. In Shanghai war es fast wie in Thailand. SIM-Karte kaufen, rubbeln, Nummer eingeben und los geht’s. Nur das Guthaben abrufen ging nicht. Ging schon, man muss anrufen, dann sagt eine nette Stimme dir dein Guthaben auf Chinesisch. Englisch braucht man in China nicht, weil mehr Menschen auf der Welt Chinesisch sprechen als Englisch. Klar, oder? Doch in Suzhou kann man zwar telefonieren, es gibt nur keine Rubbelkarten. Da waren sie wieder, unsere Probleme. Wir sind von Pontius nach Pilatus gelaufen, es gibt sie nicht, die Rubbelkarten, und jeden 2. Tag nach Shanghai wollten wir auch nicht. Also musste eine neue SIM-Karte her. Aber wo und bei wem? Zum Glück gibt es chinesische Kollegen. Und überall findet man eine gute Fee vom Kunden. Die gute Fee kann alles, die gute Fee weis alles. Die gute Fee organisiert fast alles. „China Mobil“ ist das Zauberwort. Auch das würde ein Taxifahrer nicht verstehen, deswegen schrieb unsere gute Fee mir die Adresse auf. Den Zettel habe ich heute noch. Liebling, auf nach China Mobil. Denn für Thais ist Kommunikation auf Thai ganz wichtig. Der Taxifahrer hat uns bis fast vor die Tür gebracht. Dann stellten wir uns an der Schlange an. Ca. 10min. Hurra, wir waren dran. Sprechen sie Englisch? Lächeln, sie war halt Profi. Ihre Kollegin antwortet. Der erste Schritt war getan. Ich möchte telefonieren. Sie war sehr freundlich. Kein Problem den Reisepass bitte. Ja, das habe ich vergessen wir sind in China, in der Provinz nicht in Thailand. Hier wird alles personalisiert. Prepaid ohne Ausweis, dass geht gar nicht. Natcha wird beim Autofahren immer schlecht, verstärkt noch durch diese Taxis sagte sie „ich warte hier, fahr du zurück“. Wie schon erwähnt, Thais können gut warten. Ich zum Hotel mit dem Taxi 25min hin und 25min zurück. „War dir langweilig, Liebling“, Thais kennen keine Langeweile, höchstens beim Arbeiten. Die Pässe waren da. Von jetzt an ging alles ganz einfach. Pass, Handy und Geld auf den Tisch gelegt. Hey, man konnte sogar die 11-stellige Telefonnummer selber wählen. Als ob mich, der sich gerade mal den Geburtstag der neuen Frau merken konnte, das interessieren würde. Doch Chinesen scheint das wichtig zu sein. Ein guter Chinese kennt die Telefonnummern seiner Freunde auswendig. Kein Scherz! Den Rest macht die gute Frau von China Mobil. Alles war fertig, da kam der heißeste Tipp der Woche. Für Überseegespräche gibt es eine Vorwahl vor der Vorwahl. Das macht aus einem teuren 2min Gespräch nach Thailand ein billiges 20min Gespräch. Es war schon dunkel, doch ich dachte die Sonne geht für Natcha heute 2-mal auf.

 

In der VR China wir alles registriert, aber dann kann man „frei und unbefangen“ sprechen.

 

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10       Schnee

 

Kein Koks, Schnee! Richtig weißer Schnee. Die Geister scheiden sich hier in Suzhou wie oft und in welchem Umfang es hier tatsächlich schneit, aber eins ist gewiss, wenn es schneit ist Chaos angesagt. Alle 8-15 Jahre kommt mal Schnee vor und just in dem Augenblick wo eine Thai-Frau die Absicht hat nach China zu kommen schneit es heftig. Gut, es fing schon ein paar Tage vor unsere Ankunft an zu schneien in China. Als wir ankamen war das größte Chaos vorbei. Es gibt nämlich keinen Winterdienst, hier in Suzhou, obwohl das der Traumjob schlechthin hier wäre. Alle 8-15 Jahre einmal arbeiten und dann nicht zur Arbeit kommen können weil die Taxifahrer auch nicht fahren können. Das ist ein Traumjob mit Perspektive, oder?

Bei Taxis denke ich sowieso, sie haben ihre Ausbildung bei Michael Schumacher gemacht. Auf Slicks fahren sie alle und jede Lücke ist meine. Ampel, rot, ran rollen. Nein, das geht gar nicht! Bremsen was das Zeug hält, falls die Bremsen funktionieren. Ist halt Glückssache. Bei Schnee bewegen sich diese, trotz Ausbildung von Hr. Schumacher auch nicht weiter. In der Zeitung soll gestanden haben, dass es in Shanghai einen Winterdienst mit Räumfahrzeugen gibt aber niemand diese Maschinen bedienen konnte. Vielleicht hätten sie nicht nur die Maschinen sondern auch die Bedienungsanleitung kopieren sollen. In Suzhou war Chaos pur, hier ging nichts mehr. 30cm Schnee, kein Bus, kein LKW fuhr. Gut, jetzt kommst du sicher bei grün über die Straße, falls du die Straße sehen würdest. Den geräumt wurde nicht mehr. Unfälle am laufenden Band. Das alles haben wir nicht mitbekommen. Alles Mundpropaganda. Als wir hier ankamen lagen aber noch gut 20cm Schnee auf den Nordseiten der Gebäude. Es war kalt. Minus 4-5 Grad in der Nacht und Natcha hat das erste Mal in ihrem Leben Schnee gesehen. Naja, auf die Frage kennst du Schnee kam natürlich die Antwort „Ja“. „Woher“. „Aus dem Fernseher“. Klar, woher sonst. Das Kälteste in Thailand ist der Eiswürfel im Gin-Tonic Glas. Dann darf aber kein süßer, kleiner Fratz vorbeikommen. Wenn dann nämlich der „Titanic-Blick“ von Natcha kommt, denkst du, du trinkst einen Grock.

Schnee ist unheimlich gewesen zum Anfang. Erstens Kalt, zweitens viel zu Kalt und drittens… Nach 2 Tagen kam der Mut. Meine Verlobte hat den Schnee angefasst mit Handschuhen wohl gemerkt. Am nächsten Tag kam der Übermut, Handschuh aus und Schneeballschlacht. Immer schön auf den Farang am besten in die Jacke, aber der Farang kennt Schnee etwas länger. Immer schön auf die kleinen, die können sich nicht so gut wehren. Auf einmal gab es „Sanuk mag maa“ oder auf Deutsch „Spaß ohne Ende“. Das Ende kam dennoch schnell, weil auch bei heftigsten Bewegungen einem 30Grad gewöhnten Mensch schnell kalt wird. Natchas größter Wunsch von da an war „Ich möchte Schnee fallen sehen“. Dieser blieb ihr aber für dieses Mal verwehrt. Vielleicht in Deutschland. Jetzt ist der Schnee weg und wir fahren Fahrrad.

 

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11       Essen

 

Zu essen gibt es genug hier, wenn man das nötige Kleingeld hat. Doch schmeckt es wirklich, das chinesische Essen? Etwas Gutes über die chinesische Küche zu sagen fällt schwer. Vor allem wenn der Gaumen in Thailand und Deutschland verwöhnt wurden ist. Aber alle die ich kenne sind sich einig. Man kann, aber man muss nicht. Chinafood ist zwar viel günstiger als Deutsch-, Thai- oder Americanfood, aber das Auge und der Gaumen essen mit! Wenn man dann beim Chinesen sitzt und die Karte sieht, zum Glück ist die Karte meistens ein Bilderbuch, dann denkt man „He, sieht das lecker aus“. Aber dann. Du setzt dich, beziehungsweise du wirst platziert. Sofort kamen 2 Tassen mit Tee auf den Tisch. Natcha liebt grünen Tee aus China, ich mag ihn nicht so sehr. Tasse war da. Tee kam. Die Nette Kellnerin lässt dich jetzt nicht mehr aus den Augen. Das kann so weit gehen, dass sie dir die Karte reicht und im selben Augenblickt fragt „Was möchten Sie trinken und essen“. Nach dem Motto „Mach mal hin, ich hab nicht ewig Zeit“. Also völlig ungewöhnlich für China, wo es sonst so ruhig und gelassen zugeht. „Mach mal hin, Ausländer“, aber Ausländer lassen sich nicht beirren, sie halten an ihrem gewohnten Stil fest, wie Chinesen auch. Damit die Bestellung etwas schneller von Statten geht hilft die nette, junge Frau auch gern bei der Auswahl der Speisen. Ein Ausländer weiß eh nicht was hier lecker schmeckt, bei uns im Restaurant. Stimmt natürlich, recht hat sie und die „11880 – Da werden Sie geholfen“ hilft hier nicht wirklich weiter. OK, du bist überwältigt vom Bilderbuch, zusammen blättert ihr beide ganz wild in der Karte herum. Dann gibt es immer noch die kleine sprachliche Hürde mit Natcha. Gut in diesem Fall kann sie sich die Bilder selbst ansehen. Dann kommt aber die Frage „was ist das“? Wie schon mal erwähnt, spricht man etwas Englisch in Bars und Restaurants und wenn man Glück hat ist in der Karte auch ein bisschen Englisch. Ich frage Natcha was sie essen möchte und erkläre gleichzeitig der Kellnerin dass ich Zeit hätte und ich alleine mit meiner Vorlobten in die Karte sehen möchte. Das ist dann aber zu viel des guten Englisch. Von Natcha kam dann ein „Wie du möchtest“, auf Deutsch! Die Kellnerin ließ nicht locker, auch die Bestellung der Getränke – (Ein Glas heiße Wasser, ein Glas kaltes Wasser und ein Heinecken. Offene Weine gab es nicht, Heinecken auch nicht. Deswegen gab es 2-mal Wasser) - hielt sie nicht von unserer Karte ab. Es gibt nämlich mehr als eine Kellnerin im Restaurant. Das lustige an der Sache war, in diesem Restaurant gab es entweder Wasser oder Tee. Also wurden die Tee-Tassen wieder abgeräumt. Es wurde Platz geschaffen für Wasser. Das Gesicht von Natcha hättet ihr sehen sollen. Die Titanic wäre schon viel früher untergegangen! „Also empfehlen kann ich….“ Oh my Buddha, ich weiß was uns schmeckt.

Natcha möchtest du „Lachs“, „wie du möchtest“ sagte sie schon etwas genervt. Naja, mit Lachs kann man nicht viel falsch machen, dachte ich. Geräucherter Lachs, lachsfarbener Fisch, dass sieht gut aus auf dem Bild. Den nehmen wir als Appetizer. Selbstverständlich auch die Empfehlung des Hauses. Etwas mit Ananas und Curry. Dann noch Fleisch mit Gemüse in dunkler Jelle und Gemüse separat. Jetzt aber schnell, alles bestellt und losgeht. Mal sehen ob die Herstellung des Essens genauso flott geht wie die nette Bedienung. Als erstes kam der Lachs, hmm der sieht gut aus. Mit Lachs geht nicht schief! Was wir auf der Karte nicht gesehen hatten und was auch nicht auf Englisch da stand, war. Der Lachs ist auf Eis. Besser, er ist tief gefroren. So zusagen, ein Lachseis mit Stäbchen wurde serviert. Das ging gar nicht. 20cm Lachs in Scheiben tief gefroren und mit Stäbchen. Wie soll man das essen. Lutschen? Sieht bei Frauen immer sehr interessant aus, aber im Restaurant? Der Lachs musste erst mal von seinem Eis befreit werden. Das funktionierte gut, weil das warme Essen gerade kam. Also den Lach zerbrochen und unter das Fleisch mit dem Gemüse geschoben. Chinesen machen bekanntlich ein neutrales Gesicht, aber glücklich sah die Kellnerin nicht aus als sie das sahen. Gesagt hat keiner etwas. Das trauen sie sich auch nicht, denn Natcha ging hier als Chinesin durch. Aber man sieht den Unterschied, sie lächelt. Reis, wo ist der Reis. Der Gute / Reiche Chinese ist keinen Reis! Alles andere ist ein Vorurteil. Thailand ist die Wiege vom Reis, nicht China! Kein Land stellt mehr Reis her als Thailand, dabei ist Thailand er 2. größte Exporteur von Reis in der Welt. Das meiste verputzten die Thais aber selber. Aber China, China hat in Sachen Reis nichts zu melden. Reis ist das essen der armen Leute und wir sind Ausländer. Alle Ausländer sind Millionäre, sonst wären sie nicht hier! Reis, oder auf Chinesisch „Mie Fan“ mit langem „a“. Natcha hat im November 2 Worte Chinesisch von unserem chinesischen Kollegen aus Shanghai gelernt. Das wichtigste „Mie Fan“ und für meinen Kollegen lernte sie noch „Tsingtau“, „tau“ wird hart gesprochen. „Tsingtau“ ist das einheimische Bier. Natcha bestellt „Mie Fan – reo - reo“. „Reo - reo“, ist aber Thai, auf Deutsch „schnell – schnell“ versteht zwar keiner hier, dennoch könnte es ja ein Dialekt aus einer abgelegen Provinz in China sein. „Mie Fan“ wurde verstanden und Reis kam, sogar „reo - reo“. Geht doch. Weiter so Liebling. Gut, er schmeckt bekanntlich nicht so gut, aber man muss ja irgendwas dazu essen. Von jedem etwas auf den Teller. Der Lachs wurde langsam warm, aber essen? Das Fleisch mit Gemüse war gut. Da waren wir uns einig. Das Gemüse separat ging gar nicht, was auch immer das war. Kein Kommentar dazu, könnte hart werden. Die Ananas mit Curry ging, sehr süß und mit irgendwelchen sehr pappig schmeckenden Bällchen. Da war das Motto wieder, „kann man, muss man aber nicht“. Der Lachs schmeckt, nach dem er aufgetaut war, wie immer. Alles in allem waren wir nach 12min satt (fertig). Danach sind wir ins Blue Marlin II gelaufen und haben uns satt getrunken. Das geht auch, manchmal.

China Restaurant – wir sind geheilt.

Essen kann man hier trotzdem lecker. Es gibt viele gute Restaurants in denen man lecker Essen kann. Die ganze internationale Küche ist hier in Suzhou vertreten. Hungern muss hier keiner. Nur chinesische Restaurants sollte (kann) man meiden.

 

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12       Wohnen

 

Die Hotels haben einen guten Standard. Zuerst wohnten wir eine Woche im Hotel hier in Suzhou. Bis wir in unser Wohnung ziehen konnten. Aber Vorsicht, nicht alle Hotels haben gute Heizungen und bei -5Grad in der Nacht kann einem schnell kalt werden. Im November hatten wir diesen Fall. Wir hatten nachts zwar um die +12Grad, aber das Hotelzimmer in Shanghai war nicht wärmer als +17Grad bei unserer Ankunft. Die Aircon brachte nur kalte Luft. Klar, das Teil heißt ja auch Aircon und nicht Heizung. Das war kein Zustand für einen Menschen der 30Grad gewöhnt ist. Also, auf zur Beschwerdestelle. An der Rezeption angekommen, sagte ich der netten Damen, dass die Heizung nicht funktionierte. Sie hat dies verstanden und verwies mich an ihren Kollegen in der Mitte der Empfangshalle. Ich trug ihm mein Problem vor. Er meinte das wäre OK so, weil es in China noch nicht so kalt wäre. Zur Erklärung, in Shanghai und Umgebung haben viele Häuser gar keine Heizung. Der Chinese mag es nicht warm, er zieht sich mehr an. Mehr ging bei Natcha aber nicht mehr. Ein „Michelin-Männchen“ war schlank gegenüber Natcha, wenn wir das Hotel verließen. Jetzt kam aber die Lösung unseres Kälteproblems. In China gibt es immer eine Lösung, weil man super mitdenkt. Wenn wir es wärmer haben möchten sollten wir die Tür zum Flur auflassen der wäre geheizt. Er hat Recht, auf dem Flur waren mindesten +22Grad. Mensch, warum kommt ein Ausländer nicht allein auf solche simple, einfache und primitive Idee. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, ich habe den Beruf verfehlt. Ich hätte Bäcker werden sollen. Nichts gegen Bäcker, aber bei dem ist es immer warm und wenn nicht, macht der einfach die Tür vom Ofen auf. Man war das einfach! Das war eine super Idee! Wir wohnten in der 21. Etage in der Nähe vom Fahrstuhl. Jeden der jetzt vorbei kommt, den könnten wir dann persönlich begrüßen in diesem schönen, aber kaltem Hotel. Ok, wenn jetzt ein Kind vorbei käme und Natcha das sieht und wenn dann der „Titanic-Blick“ kommt. Dann hätte das Hotel ein ernsthaftes Problem. Die Stahlträger könnten weich werden vor Hitze. Wegen uns schaltete man die Heizung also nicht ein. Wir hatten aber zwei Zimmerkarten, jeder eine. Ausländer haben auch simple und einfache Ideen und Elektriker erst recht. Das heißt auf ins Jacuzzi und auf dem Zimmer mussten 2 Föhne herhalten. Eine Stunden Sauna und Jacuzzi. Föhn, voll Power. Die Hütte war warm.

Kommen wir zurück in die Gegenwart. Im Hotel, in Suzhou war es besser. Innerhalb von 2 Tagen hatten wir das Zimmer auf +27Grad geheizt. Endlich konnte Natcha die Handschuhe ausziehen. Naja, etwas mehr war es schon. Es war angenehm, nur beim Frühstück, was übrigen nicht besonders gut war, war es sehr kalt. Alle Chinesen kamen mit Jacken. Wir auch. Es hat nicht viel gefehlt und Mütze, Handschuhe und Schal wären auch dabei gewesen. Aber es ging, gerade so. Die Wohnungssuche verlief Problemlos, dank der guten Fee. Sie stellte den Kontakt her. Meine Maklerin war auch keine Chinesin. Sie kam aus Singapur. Kommunikation war also kein Problem, oder? Die Wohnungssuche fiel genau in das chinesische Neujahrs-Fest. Deswegen war Gigi auch in Singapur und nicht bei mir. Sie hat aber super Kollegen. Chinesen die kaum ein Wort verstanden. Nichts des so trotz, sahen wir uns 2 Wohnungen an. Die erste war sehr groß, zu groß für 2 Personen. Die 2. war besser. Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Küche komplett eingerichtet und zwei getrennte Schlafzimmer, falls…. Falls ich mal schnarche! Kann ja schon mal passieren, dass die 2-Litermarke an Flüssigkeitsaufnahmen um eine vielfaches an einem Abend überschritten wird. Alles in allem eine schöne Wohnung im 24. Stock. Direkt unter dem Dach, wer jetzt denk, jetzt kommt der Hammer, weil in China alles möglich ist und unter dem Dach man die Hütte nicht warm bekäme, der Irrt. Heizung / Aircon auf +32Grad und es ist für Farangs (Farang, ist Thai und heißt „weiße Langnase“ oder so ähnlich) und Thais angenehm. Schön, +32Grad erreichen wir nicht, aber es kommen auch keine Beschwerden von Natcha. Mütze, Handschuhe und Schal braucht sie nur draußen. Damit geht es uns besser als den Leuten vom 1. Stock. Da drunter ist nämlich die Tiefgarage. Die Jungs und Mädchen haben ein Problem. Die bekommen die Hütte nicht warm. Unsere Nachbarn sind alle Chinesen aber sie heizen wohl trotzdem. Wer es sich leisten kann in China heizt.

In vielen anderen Wohnungen ist die Waschküche gleich an der Küche dran. Dann gibt es keine Abzugshaube wie bei uns sondern ein Gitterfenster was offen ist. Sommer wie Winter. Ich glaube dann würde Natcha die Küche nicht mehr betreten und es gebe nur deutsches Essen. Abwaschen müsste ich wohl auch.

 

Wohnen kann man sehr gut in Suzhou, lebt auch.

 

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13       Bekleidung

 

Eine Thailänderin in Thailand auf kalte Gefilde vorzubereiten ist gar nicht so einfach. Man kann ja nicht sagen „spring mal in das Gin-Tonic Glas mit 10 Eiswürfel zusammen“. Natcha ist zwar klein und sie hätte bequem in meinem Koffer Platz, aber in den Kühlschrank, für 1 Stunde? Das wollte ich ihr nun nicht antun. Die Vorbereitungen zur „Operation = Kalt“ ging also gegen Null. Nur Klamotten konnten wir kaufen. Bedingt. Weil Thailand und Rollkragenpullover? Irgendwie passte das nicht zusammen sollte man meinen. Weit gefehlt. Pullover gibt es zwar nicht zu hunderten, dennoch sie sind da. Mit dicken Jacken sah das anders aus. Mütze, Handschuhe und Schal haben wir durch Zufall auch gefunden. (Danke Ronny) Die Jacke hat mir vorher in Deutschland eine Kollegin geliehen, ein paar Pullover auch. (Danke Frau S.). Nicht jede Frau in Deutschland kann man fragen ob sie ein paar Sachen für eine Thailänderin verleihen könnte. Verleihen schon, aber mit Konfektionsgröße 30-32 fällt die Auswahl sehr gering aus. Ok, 13jährige Mädchen gibt es genug in Deutschland.

Strumpfhosen aus Deutschland in der Größe 36-38 passen, sie werden halt nur nicht so gedehnt, aber sie kosten 5-mal mehr als in China oder Thailand. Wenn man als Frau aber unbedingt schwarze Strumpfhosen haben möchte, sucht man in Thailand vergebens. Denn Thais möchten helle Haut haben und nicht dunkle. Deswegen gibt es auch nur hellbraune Strumpfhosen im gelobten Land. Ok, die Grundausstattung hatten wir erworben. Halbhohe Stiefel, Strümpfe, Strumpfhosen, Jeans, Pullover, Jacke, Mütze, Handschuhe und Schal. Schnee wir kommen. In China war es kalt, wie bereits erwähnt. Lange Nachthemden bzw. einen Schafanzug gab es nur in Sommerausführung im Land des ewigen Sommers. „Auchan“ wir kommen. Zum Glück war es Donnerstag! Wo sind die dicken, liebestötenden, aber so warmen Schlafanzüge. Sieben Euro das Stück, ein guter Preis, oder? Ich denke nicht, weil jetzt Natcha unabhängig ist. Sie braucht mich nicht mehr zu aufwärmen (kuscheln). Nein sie hat ihren Frotteeschlafanzug! Das war der größte Fehleinkauf meines Lebens, dachte ich mir so. So schlimm wurde es dann doch nicht. Im Gegenteil, Natcha war Happy. Jetzt war die Nacht gerettet.

Thema Wechsel! Bei -5Grad mit thailändischen Sommerstiefeln, dass war nur eine Frage der Zeit bis das nicht mehr geht. Stiefel mussten her. Stiefel kauft man nicht im Auchan sondern in Downtown. Sagte ich bereits, dass Samstag war. Die Straße war schwarz. Auf in das erste Schuhfachgeschäft. Stiefel ohne Ende, Leute auch. Aber.?! Natcha hat Schuhgröße 40-41, selbst in Thailand ist das ein Problem. Ich denke nicht in Deutschland. Jedoch in Deutschland gleicht die Konfektionsgröße 36 einem 3-Mannzelt, wenn Natcha diese anprobiert würde. Englisch sprach hier niemand. Freundlich waren sie alle. Meine Verlobte wurde sofort freundlichst begrüßt. Ich auch. Natcha sollte alles verstehen, sie ist ja Chinesin, dachen die netten Verkäuferinnen. Weit gefehlt, Natcha lächelte. Wir zeigten auf Stiefel für Natcha. „Welche Größe?“ „40“ schrieb ich auf. Sie lächelte und winke freudestrahlend mit den Händen ab. Nach dem Motto „Ich lass mich nicht verschaukeln von Ausländern, keine Chinesin hat Schuhgröße 40. Nächster Anlauf. Das ging noch 2-mal so. Im 4. Laden hatten wir Glück. Die Verkäuferin gab nicht auf. Sie war ehrgeizig. Einer Ausländerin Schuhe zu verkaufen, koste es was es wolle. Ausländer sind Millionäre sonst wären sie nicht hier. Nach dem 3. Paar merkte sie, dass wir nicht scherzten mit der Schuhgröße. Sie begann nach zu denken. Da hinten in der äußersten Ecke im Lager, letzte Regel, 4. Gang, ganz unten links. Da könnten noch ein Paar Stiefel liegen.

Siehe da, sie konnte sich daran erinnern. Die Schuhe waren nicht verstaubt oder vergilbt, gut sahen sie aus und sie passten. Aber nicht glauben das Lederstiefel billig sind. Schlappe 60€ bezahlst du auch dafür. Turnschuhe der Marke Raubkopie kosten dagegen „ein Apfel & eine Ei“. Bei Jacken ist das ähnlich. Jack Wolfskin od. North Face gibt es für unter 20€. Die Qualität für den Preis ist super. Im Supermarkt ist die Qualität in Ordnung. Es steht halt nicht „Jack Wolfskin“ drauf. Dafür kosten die Jacken 7€. Sie halten warm und sehen gut aus, nur das ist wichtig. Mit den Größen haben es die Asiaten generell nicht so genau. Eine Asiatische XL ist eigentlich nur eine etwas große M. Große, voluminöse Männer haben es nicht einfach in China mit Bekleidung. Für uns aber kein Problem mir passt die XL gerade so. Und für Natcha ist das hier das Einkaufsparadies schlecht hin.

Gestern waren wir übrigens im Auchan. Es gibt sie doch, Nokia Handys. Wir haben sogar das von Natcha hier gesehen. Es war teurer als in Thailand. Wahrscheinlich war ich bei der Handy-Reparaturstelle doch in einem Bäckerfachgeschäft mit angegliedertem Handy-Verkauf gelandete.

Viele Geschäfte kann man von uns aus mit dem Fahrrad erreichen, wo man günstig und gut Bekleidung einkaufen kann. Meine Verlobte hat 2 Artgenossinin kennengelernt. Früh lernen sie zusammen Deutsch unter straffer Führung einer deutschen Freundin und am Nachmittag gehen die 3 shoppen. Die deutsche Freundin hat noch weiteren Unterricht zu erteilen.

Von teuer bis billig findet man auch in China alles an Bekleidung.

 

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14       Schuhe aus

 

Einen richtigen „Ossi“ erkennt man heute immer noch daran, dass er, wenn er eine Wohnung betritt die Schuhe auszieht. Im Weitesten Sinne sind allen Asiaten Ossis. Von Holland ausgesehen fängt der Osten bereits in Aachen an. Diese holländische Theorie trifft aber nicht zu, bei Bürgern der Bundesrepublik Deutschland die vor 1989 in dieser gelebt haben. Ich hätte auch „Wessi“ sagen können. Dieses Phänomen ist hier nicht zu beobachten. Doch die Begriffe sind abgedroschen. In Asien zieht man die Schuhe aus! Das hat mit der Geschichte zu tun. In Thailand sieht man es ganz deutlich. Wenn man sehen kann, bzw. wenn es einem gezeigt wird. In Pattaya bekommt man davon kaum was mit. Aber warum zieht man die Schuhe aus? Die Lösung ist denkbar einfach. Der echte Asiate hat keinen Stuhl und keine Tisch. Alles spielt sich auf dem Boden ab. Deswegen ist der Boden immer sauber, aber es wird nicht von diesem gegessen. Es wird auf dem Boden gegessen! (ein Wortspiel) Als ich Natcha kennenlernte und wir zusammen gegessen haben, wollte sie mir am liebste auf die Finger hauen, wenn ich mal etwas fallen lassen habe. Es lag auf dem Tisch nicht auf dem Boden. Oder noch besser es lag auf dem Platzdeckchen. Gut, vielleicht bin ich der einzige schmerzfreie Farang der kein Problem damit hat den Mund schnell aufzumachen und weg. Nicht in Thailand und gar nicht in China. Obwohl, hier haben wir einen Esstisch und Stühle. Mittlerweile wird es geduldet. Das „Mund auf und weg“ Syndrom. Man isst nicht das was von Löffel gefallen ist! Höchstens man hat Glück und es landet wieder auf dem Teller. Trotzdem der Boden sauber ist wird nichts davon gegessen. Man hält den Boden sauber! Das ist der Grund warum man die Schuhe auszieht.

Schuhe dreckig, Hintern dreckig!

Warum man allerdings in der DDR die Schuhe ausgezogen hat, hat einen anderen Grund, glaube ich. Es gab ja Tische, Stühle und Staubsauger. Vielleicht ist die Lösung auch hier ganz einfach. Es gab keine Hausfrauen. Man hatte keine Zeit die Wohnung jeden Tag zu putzen und mal drüber zu moppen. Jedes Land hat seine Eigenarten oder wie heißt es so schön:

Andere Länder, andere Sitten, andere Weiber, andere Ti.. . Ein anderes Mal.

Einen Nachteil hat das Ganze aber. In Thailand ist es warm, kein Problem. Aber hier? Wir besichtigten die Wohnungen. Beiden wurden seit Wochen nicht beheizt. Selbst den Chinesen war es kalt. Natcha hat man nicht mehr gesehen. Sie saß ganz klein auf dem Sofa im Schneidersitz. Füße wärmen. Ich durfte mir alles ansehen. Man war das kalt an den Füssen. Ein Vergnügen war das nicht. Nachdem wir die Wohnung 2 Tage geheizt hatten konnten wir auch Barfuß gehen. Glücklicherweise gibt es auch hier jede Menge Hausschuhe zu kaufen.

 

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15       Trinkgeld

 

Das Kapitel ist kurz und schmerzlos!

 

Es gibt kein Trinkgeld in China! Punkt, Aus, Schluss.



Ok, etwas ausführlicher. Beginnen wir doch mal in Deutschland. Was ist üblich und bei wem. Früher zu DM-Zeiten habe ich den Pfennig noch Trinkgeld gegeben. Heute, 2 Pfennige Trinkgeld? Her mit dem Cent. Naja, so kleinlich bin ich auch in Deutschland nicht immer. Aber wo gibt man Trinkgeld? Bei Dienstleistungen. Macht die Verkäuferin auch eine Dienstleistung? Selten, oder?

In Thailand ist das Ähnlich. Für Dienstleistung gibt es Trinkgeld, wenn sie gut war. Insider denken gerade nur an eine Dienstleistung in Thailand, das kann ich von hier aus sehen! Auch dort kann man Trinkgeld geben. Ist halt eine Dienstleitung. Beim Essen oder Trinken an der Bar oder Restaurant gab es generell 20 Baht Trinkgeld. Das sind 0,45€. Völlig angemessen meint Natcha und die muss es wissen. Sie kommt aus Thailand. Der Taxifahrer hat seinen vereinbarten Preis bekommen. Höchstens er war den halben Tag mit uns unterwegs. Und Deutschland? Geh mal essen mit 4 Personen und einer Rechnung von 150€. Gib mal 0,45€ Trinkgeld. Rausschmeißen wird er euch nicht, aber sieh mal in sein Gesicht. Vor der Rechnung war der Kellner scheiß freundlich und nun? Komm dann mal wieder. Anders in Thailand. 20 Baht und du bist immer wieder gern gesehen. Mittlerweile gibt es aber eine Menschengruppe die die Preise etwas kaputt machen in Pattaya. Keiner mag sie. Sie haben Geld, oder tun so, aber kein Benehmen. Zu mindestens nicht in Pattaya. In Deutschland ist das anders. Aber hier in Pattaya lassen sie die Sau heraus. Er nimmt das Trinkgeld sieht diese Menschengruppen aber auch lieber von hinten. Glücklicherweise weiß ein Thai den deutschen Kunden zu schätzen. Ach ja! Wir sind ja in China.

Es gibt kein Trinkgeld in China! Punkt, Aus, Schluss.

 

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16       Wetter

 

Schön ist Wetter immer dann wenn keiner meckert über das Wetter. Also, es gibt kein schönes Wetter auf der Welt. Einer meckert immer! Zu Glück können wir das Wetter nicht beeinflussen. Für mich persönlich kann es gar nicht warm genug sein. Plus 30Grad und mehr. Dann macht Wetter Spaß. Ich fühle mich deswegen auch in Thailand sehr gut aufgehoben. Einem Thai übrigens sind 30Grad und mehr viel zu heiß. Für Natcha gibt es einen optimalen Temperaturbereich von 28Grad, ±1Grad. Mehr nicht, weniger nicht. Alles andere ist zu kalt bzw. zu warm. Thailand ist deshalb schwer zu ertragen für Natcha. Haha, China und Deutschland erst! Hier, in Suzhou ist das Wetter fast wie in Deutschland. Im Rheinland nicht wie in Bayern, oder Sachsen! Der Winter ist mild (dieser diesmal nicht) und der Sommer wird heiß (gut, nicht wie im Rheinland). Im Winter sind normalerweise 0-5 Grad Plus angesagt. Meistens ist es trocken. Im Sommer sollen es 40Grad werden. Zwischen Sommer und Winter ist es wie im Rheinland.

Ein Paradies für mich wir es erst im Sommer. So lange wollten wir auch noch aushalten. Unser Kunde meint allerdings „Der Sommer ist die Hölle auf Erden für Thais“ Er muss es wissen. Seine Frau ist ebenfalls Thai und war schon mal hier. Derzeit, wir haben März, sind die Temperaturen für Europäer angenehm. Zwischen 5-20Grad. Wir sind jetzt mehr als einen Monat hier und es hat bisher erst 3-mal geregnet. Obwohl, nicht gleich Regen. Natcha sah aus dem Fenster und stellte fest, dass das Wetter nicht gut ist. Es war stark bewölkt und es regnete (würde der Europäer sagen). Nicht der Thai. Für Natcha waren das keine Regen und kein Wetter. So etwas gibt es nicht in Thailand. Kenner der Szene wissen was Natcha mein. In Thailand scheint immer die Sonne und wenn nicht, regnet (gießt) es. Wenn es regnet, regnet es nicht aus Gießkannen, nicht aus Wassereimern und nicht aus Sturzbächen. Nein, die Niagarafälle wären wohl ein guter Vergleich. Aber hier? Naja, vielleicht war das nur das Vorspiel für dieses Mal. Es regnet wie in Deutschland, den ganzen Tag ein bisschen. Aber meistens, nicht wie in Deutschland scheint hier die Sonne. Natcha sah den Nieselregen auf der Straße. Ich sah keine Straße. Ich hoffte nur dass keine Mallorca-Fans hier sind. Denn durch das bisschen Nieselregen wurde die Straße nämlich langsam weiß. Es bildete sich ein weißer Schaumteppich an den Kreuzungen, bedingt durch wenig Regen und viel Luftverschmutzung. Mallorca-Fans würden sofort rufen „He, Schaumparty?! Wo ist der Zapfhahn auf der Xiandai Avenue“. Das wäre ein Chaos geworden. Schaumparty im Kommunismus, auf einer 8-spurigen Straße. Dagegen ist 4-mal hintereinander bezahlen mit Amex im Auchan am Sonntag kalter Kaffee. Nach ca. 2 Stunden war die Straße auch wieder eine Straße. Die Mallorca-Fans haben Badehosen und Bikini wieder angezogen, die 6-Litermarke wurde weit überschritten und sie torkelten langsam nach Hause. (kleiner Spaß am Rande mit der Party) Die letzten Tüten räumten die Jungs von Putzkommando „saubere Avenue“ gerade weg. (Kein Scherz, die Jungs sind immer unterwegs, siehe Kapitel „Taxi 2“) Ein Tag später schien auch wieder die Sonne und die Straße sah aus wie immer. Viele kleine schwarze Punkte in bunten Jacken. Die eilig von A nach B liefen. Ein Ameisenhaufen sieht nicht anderes aus. Alles bewegt sich durch ein andern und trotzdem kommt jeder dorthin wo er hin möchte. Nur im Regen sieht man kein Schwarz. Die Regenschirme haben alle verschieden Farben.

 

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17       Akkuroller

 

Akkuroller, oder auch Motorbike sieht man hier zu hunderten. Jeder der nicht trampeln möchte kauft sich so ein Teil. Er kostet ca. 150-200€. Fahrräder sind doch erheblich billiger für 8 Monate. Deswegen kauften wir uns keinen Akkuroller. (Falls das hier auf unserer Baustelle so weiter geht, kauf ich mir ein Auto. Das lohnt sich für 3 Jahre (kleiner Insiderwitz))

Wie bereits erwähnt sind Radwege hier sehr breit. Das ist auch gut so. Dann passt nachts wenigsten noch ein Auto durch. Sonst müsste es nämlich verkehrt herum die Einbahnstraße fahren. Da fährt man lieber den nicht beleuchteten Akkurollern / Fahrrädern entgegen. Das tut dem Autofahrer schließlich nicht so weh, wenn es knallt. Kürzer ist es auch noch, für ihn! Akkuroller fahren so ca. 30km/h. Sie sind also schneller als ein Fahrrad. Am Tag hört man sie durch die Nebengeräusche nicht. Erst wenn sie auf Augenhöhe vorbei fahren merkt man etwas. Kann natürlich sein, dass er freundlich ist und mal hupt. Doch hupen, wie Licht kostet Strom. Eine Steckdose gibt es halt nicht überall und man möchte ohne zu trampeln schließlich ankommen. Unser Kunde ist da netter, mit den Mini „Totti's“. Der Abstellplatz in der Firma ist überdacht und mit Steckdosen über säht.

In der Regel hupen nur Autos. Die Divise hier ist „wer am lauteste und am längsten hupt braucht nicht bremsen“. Funktioniert nicht immer, aber meistens. Nachts hört man Akkuroller auch nicht. Außer sie kommen zu zweit. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, warum? Sind zwei Akkuroller lauter als einer? Licht haben garantiert beide nicht. Nein, sie schnattern und das laut. Wenn du hinter dir ein Schnattern hörst kommen gleich 2 oder mehr Akkuroller um dich zu überfahren. Quatsch, um dich umzufahren. Nein, um dich zu umfahren. Jetzt hab ich es. Schnell fahren sie nicht, aber sie nutzen jede Lücke. Eine Ausbildung vom Motorrad-Weltmeister Totti im Abendunterricht am Fernseher hilft da ungemein. Das Wort „Anhalten“ kennt man in China nun nicht wirklich. Höchstens man ist am Ziel angekommen, oder der Depp vor dir hielt an der roten Ampel tatsächlich an. Ein Fußgängerüberweg ist aber nur dazu da, dass die Straße nicht so eintönig asphaltartig aussieht. Ein Hindernis, weswegen man anhalten sollte ist das nicht.

Deswegen immer aufpassen, denn der klügere gibt nach (springt zur Seite).

In Thailand ist das etwas anders. Motorbikes, Motorräder alles kein Problem. Kaufen, mieten, fahren. Führerschein wo zu. Farangs brauchen einen! Thais auch, aber.

Fährt der Thai ohne Führerschein und wird erwischt:

Was soll der Polizist den machen? Geld hat er eh keines, den armen kleinen Mann einsperren.

Also hält er ihn nur an wenn es wirklich sein muss.

Bei Farang sieht das anders aus:

Farangs sind Millionäre, die haben Geld. Weil keiner freiwillig in den Knast geht, das geht übrigens sehr schnell in Thailand heißt es, ist das Portmonee schnell weit offen. Das geht sogar so weit, dass der Führerschein mit 200Bhat überreicht wurde und der nette Polizist 100Bhat wieder zurückgab, ohne Quittung versteht sich. Normaler Fangpreis ist 100Bath. Alles vorgekommen, kein Scherz. Da gibt es noch mehr Geschichten aber ich bin ja in China.

 

Das Fahrverhalten zwischen Chinesen, Thais und durch geknallten, lebensmüden und ständig besoffenen Farangs ist übrigens fast immer das gleiche. Hupen, die Lücke ist meine und die Straße gehört mir. Manchmal geht diese Philosophie nicht auf. Dennoch, manchmal halten sie am Zebrastreifen in Thailand an, was in China nie passieren würde. Autofahrer in Thailand sind da übrigens vorbildlicher. Diese halten fast immer am Zebrastreifen an. Aber verlassen würde ich mich nicht auf diese Aussage.

 

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18       Infrastruktur

 

Ein „Dorf“ ohne gute Infrastruktur ist wie Fahrrad fahren ohne Licht. Jeden Weg kannst du fahren. Es ist immer dunkel und jedes Schlagloch incl. Stau gehört dir.

So war das vor 10 Jahren in Thailand wenn du abends zu Flughafen musstest. Heute ist das schon besser, viel besser. Der Flughafen in Bangkok ist Richtung Pattaya verlegt worden und von Shanghai ist man auch in 1,5 Stunden in Suzhou. In beiden Fällen sind dann die Insider Kenntnisse vom Taxifahrer gefragt, wie schnell er das ersehnte Ziel findet. Suzhou hat eine super Infrastruktur. Vier- bis achtspurige Straßen. Ampel die die Wartezeit anzeigen, Rad- und Fußwege. Alle Grundstücke sind in Vierecke aufgeteilt in denen Hochhäuser stehen. Die höchsten sind derzeit ca. 35 Stockwerke hoch. Man baut derzeit das Zentrum vom SIP „Suzhou Industrial Park) aus. Es sollen Hochhäuser mit 80-90 Etagen mit direktem Blich auf den See kommen. Einmal mit dem Taxi durch Suzhou ist zwar billig aber es dauert trotzdem. Hinter dem SIP, gen Westen ist die Infrastruktur zu Ende. Dann kommt Downtown. Früh-, abends und an den Wochenenden sollte man Downtown unbedingt meiden. Chaos ist angesagt. Die Straßen werden erneuert und die U-Bahn wird gebaut. Die Straßen sind eng und im schlechten Zustand. Vom SIP fährt man normalerweise ca. 10min mit dem Taxi nach Downtown. Zu Hauptzeiten kann das schnell mal 45min. dauern. Direkt vor unserer Haustür (10min zu Fuß) ist ein schöner See mit Fuß- und Radwegen. Rundherum gibt es viele Restaurants und Geschäfte. Naherholung pur. In der näheren Umgebung vom SIP wird gebaut was das Zeug hält. Aber nicht ein Haus oder zwei. Nein hier entstehen ganze Gemeinden. Da können schnell mal 10-15 Hochhäuser auf einmal gebaut werden. Das ist das was man sieht von der Xiandai Avenue aus. Was dahinter steht ist wahrscheinlich so groß wie Köln. Das sind halt die kleinen „Gemeinden“ rund um Suzhou. Das Beste aber kommt nachts. Wenn die Lichter angehen. Nicht an Fahrrädern oder Akkurollern. Nein, an den Gebäuden. Fassadenbeleuchtung, Dachbeleuchtung, Baumbeleuchtung, Lichtreklame und eine Hochstraßenleitplankenunterkantenaußenbeleuchtung. Noch mal und jetzt ganz langsam (Hochstraßen-Leitplanken-Unterkanten-Außenbeleuchtung). Das gibt es wirklich! Nur in China, in Thailand haben Natcha und ich so etwas noch nicht gesehen. Die Leitplanke der Hochstraße wird von außen beleuchtet. Minütlich wechselt dabei auch noch die Farbe der Beleuchtung. Aus der 24. Etage gesehen kann man das Hochstraßenkreutz, übrigens 6spurig, nachts sehr gut erkennen. Fast jeden Abend gibt es am See eine Vorstellung mit klassischer Musik (Mozart, Bizet und Radetzky) mit Lichtshow und abschließendem Feuerwerk. Auch das sieht man gut vom 24. Stock. Um 23:00 wird es dann etwas dunkler. Das „Spaßlicht“ wir ausgeschalten. Die Straßenbeleuchtung bleibt an, wenn man Glück hat. Nicht alle Straßenzüge sind dann noch beleuchtet. Das macht aber nichts. Die Autos haben ja Licht an.

Beleuchtung, dafür haben Chinesen ein Händchen.

Hinter dem SIP auf der Ostseite kommt das Industriegebiet. Man fährt ca. 20min mit dem Taxi bis zum Kunden. Viele Namhafte Firmen haben hier gebaut. Um von einer Seite des Industriegebietes zur anderen zu kommen fährt man mit dem Taxi ca. 1 Stunde (Michael Schumacher). In China ist halt alles etwas größer als im Rest der Welt. Obwohl, in Thailand - Eastern Seabord Rayong, da braucht man auch locker mehr als eine halbe Stunde um von einer Seite zur andern zu kommen. Es ist nicht zu vergleichen mit dem Industriegebiet Heinsberg. Im SIP gibt es Banken in Hülle und Fülle. In Downtown weniger. Da muss man schon mal den Geldautomaten suchen. Kleine Supermärkte für den täglichen Bedarf gibt es an jeder Ecke, bzw. in den Wohnkomplexen. In den kleine Läden gibt es dann speziell Sachen für den Ausländer zu speziellen Preisen. Aber was tut (zahlt) man nicht alles für ein Stück „Feine Kalbsleberwurst“.

Eine Schwimmhalle ist gleich um die Ecke. Fitnesscenter und Spa's gibt es auch jede Menge. Dennoch eine Thaimassage in China ist nicht das gleiche wie in Thailand. In Thailand ist es angenehmer und billiger. Besser ist das die Chinesische Fußreflexzonen Massage. Geöffnet jeden Tag bis 00:00Uhr. Restaurants und Bars gibt es auch überall.

 

Und alle wollen nur unser Bestes. Unser Geld.

 

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19       Blumen

 

„Im Land des Lächelns“ stehen Orchideen ganz oben auf der Wunschliste von Natcha. Danach kommen Rosen in jeder Farbe. Dann kommen alle anderen Blumen. Groß oder klein, egal. Hauptsache sie duften. Thai-Frauen sind in der Beziehung nicht anders als alle anderen Frauen. In Thailand kauft man Rosen vom fliegenden, vorbeieilenden Händlern an der Straße. Die kommen in Massen auf dich zu. Du kannst schon einen Strauß haben. Das ist dem 2. Händler egal. Weil schließlich hat sie 2 Hände. Du kannst ja auch noch welche tragen, meint er, ist doch „no pomplem“ – Dialekt Thai, keiner kann das „R“ richtig sprechen -. Billig sind sie alle mal. Ein Strauß mit 10-15 Rosen kostet 2€. Dafür halten die Rosen auf dem Zimmer auch nur 2-3 Tage. Es ist halt zu warm für Schnittblumen. Den Preis kann China nicht toppen. Hier bezahlt man das doppelt. Für Blumen gibt es einen Blumenladen. An der Straße stehen sie jetzt aber auch schon. Man merkt es wird wärmer. Für einen schön gebunden und die Rosen einzeln in buntes Papier gewickelte Strauß bezahlt man schon mal 8-­12€. Dafür stehen diese Rosen auch eine Woche. Natcha macht nach einem Tag eine Paracetamol 500mg ran. Sie meine dann stehen sie länger. Naja, ich hätte da eher die kleine, blau Pille der Fa. Pfizer bevorzugt. Dann würde selbst eine rosa Rose, - Dialekt Thai ist hier sehr interessant „losa Lose“, rot werden und knicken tun die nie wieder. Die Pillen gibt es in Thailand übrigens Rezeptfrei. Bestellungen nehme ich per E-Mail an. Selbstverständlich diskret und der Versand erfolgt in einem braunen, unauffälligem, einfarbigen Briefumschlag.

Zurück zu den Blumen. Hast du Blumen im Haus, brauchst du jetzt eine Vase. Glücklicherweise hatte Natcha das lange vorher geplant. Weitblick, wie Frauen behaupten. Berechnung, wie wir Männer sagen. Im Auchan, „Liebling wir brauchen eine Vase!“. Ein „Warum“ kommt dann von uns Männern, oder? Sie denk jetzt „stell dich nicht so dumm an, du weißt warum“. Sagen tut sie aber, „Falls mir mal einer Blumen schenkt“. Klar, oder! Die Vase ist derzeit voll, deswegen musste jetzt noch ein Glas herhalten für den 2. Strauß. Mal sehen was passiert wenn wir das nächste Mal in den Auchan fahren. „Liebling, die Gläser sind doch zum Trinken da“. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass so etwas passieren wird. Aber als Mann lässt man sich ja gern mal überraschen. Das kennen wahrscheinlich alle Männer. Zuerst werden Vasen gekauft, bzw. sie lässt sie sich schenken und dann kommt die Aussage „jetzt stehen so viele Vasen im Schrank und du schenkst mir keine Blumen.“ Wenn dann noch der nächste Satz mit „Früher ….“ anfängt hast du verloren. Man sind wir arm dran. Wir meinen es gut zum Geburtstag, doch die Folgekosten sind unkalkulierbar.

Schön sind Blumen allemal und verschenken tun wir sie von Herzen gern, oder Männers?!

Die zweite Vase gab es gestern. Man war die billig. Aber jetzt…!?

 

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20       Feiertage

 

Gibt es auf der ganzen Welt, nur in Asien werden sie viel intensiver gefeiert und auch nicht! Klingt komisch, ist aber so. In Thailand gibt es über 30 Feiertage, davon sind 18 gesetzlich und damit frei. Ist der Feiertag ein Dienstag oder Donnerstag in Thailand ist davor oder danach Brückentag, fast wie bei uns. Fällt der Feiertag aufs Wochenende wird der Tag am Montag nachgeholt, oder er wird gespart bis ein neuer Feiertag auf einen Mittwoch fällt. Dann gibt es Brückentag mit Zusatzzahl. Tolle Lösung liebes Bundestagskabinett! Der Fairness muss man dazu sagen, dass der Thai aber nur 2 Wochen Urlaub hat. Dennoch in der Industrie wird am Feiertag nicht gearbeitet. Supermärkte und andere Geschäfte haben aber offen. Wie jeden anderen Tag auch. Die Supermarktkette „Seven Eleven“ hat keine Schlösser in den Türen. Die haben 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr auf. Aber die Industrie ruht am Feiertag. Feiertag in Thailand heißt feiern ohne Alkohol. An Bars wird kein Alkohol ausgeschenkt. Naja..?! Ein Bier sieht fast aus wie eine Apfelschorle, deswegen wir das Glas unter der Theke eingeschenkt. Aus der Cola-Dose wird etwas abgetrunken und dann wird Cola-Whisky daraus gemacht. Mit Gin-Tonic geht das auch. „Geht nicht, gibt es nicht“, in Thailand. Außer „Songkran“. Songkran, ist das Wasserfest. Songkran leitet die Regenzeit in Thailand ein. Das Fest dauert eine Woche und findet Mitte April, zur heißesten Jahreszeit, statt. Für einen Thai ist Songkran - Weihnachten, Neujahr, Ostern und Geburtstag zusammen. Das Fest der Superlative. Viele fahren nach Hause zu ihren Familien. Ganz Thailand liegt lahm. Da geht nichts mehr, außer im Supermarkt und beim „Seven Eleven“. Alkohol an den Bars gibt es diesmal auch im Überfluss und es bleibt kein Auge trocken. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das Wasserfest – An den Bars stehen Thai-Frauen und Farangs zusammen mit Spritzpistolen, Wasserschüsseln, Wassereimern und Wassertanks mit Wasserschläuchen. Keine 100m schaffst du es trocken von A nach B. Richtig fies ist eine Schüssel Eiswürfelwasser ins Gesicht. Ok, bei 35Grad im Schatten ist eigentlich jede Erfrischung willkommen. Alle fahren dann besoffen. Vom Motorbiker bis zum Taxifahrer. Das ist aber kein Problem, weil man in der Regel in Pattaya zu Fuß schneller ist und auf dem Taxi (offener Pick Up mit Holzbank, Standard Taxi in Pattaya) hast du keine Möglichkeit in Deckung zu gehen. Nass ist nass, dann ist sowieso alles egal. Handy und Portmonee kommt in die Plastiktüte und duschen brauchst du Heute garantiert nicht.

 

Songkran - muss man erlebt haben.

In China ist das etwas anders. Hier gibt es 54 Feiertage im Jahr, kein Quatsch ich habe nachgezählt. Davon sind ca. 15 Tage (konnte ich nicht genau nachvollziehen) gesetzliche Feiertage. Zweimal eine Woche, das sind die Hauptzeiten. Im Februar, chinesisches Neujahr und Ende April – Anfang Mai. Ich weiß nicht was dass alles ist, aber ein Tag ist der „Internationale Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse (1.Mai). Es kommt ja auch erst noch. Jetzt im Februar waren 1,2 Milliarden Chinesen auf dem Weg zu Ihren Familien. Das Schneechaos hat sein Übriges getan. Warteschlangen überall, soweit das Auge blicken kann. Es sind -5Grad nachts. Um eine Fahrkarte für den Zug zu bekommen musst du dich anstellen. Nicht 1 Stunde, nicht 2 Stunden. Nein, rechne mal mit 12-24 Stunden. Wenn der Chinese dann sein Ticket hat kommt ein Stoßgebet über seine Lippen „Danke liebe Regierung du bist so gut zu mir“. Der Chinese ist Regimetreu. Kein Spaß, der Chinese steht hinter seiner Regierung. Und er übt sich in Geduld. Er kann warten, das hat er gelernt. Die Regierung macht das schon richtig!

Alle sind weg, alle sind tausende Kilometer weg von der Arbeit und kein Bauleiter weis wann und ob sie wiederkommen. Roulette spielen und dem Kunden die Zahl vorauszusagen ist sicher als zu sagen wie viel Monteure du morgen auf der Baustelle hast. Jeden Tag gibt es die Aussage „Morgen habe ich Leute“. Die Feiertage sind seit 2 Wochen vorbei. Dann hat sich auch der letzte besonnen wieder zu kommen. Ausnüchtern dauert halt etwas länger. Das Land ist auch groß und bis man seine Baustelle wieder gefunden hat kann da schon mal eine Weile vergehen. Man hat uns gewarnt vor dem chinesischen Neujahrsfest nach China zu fliege. Wir könnten nicht schlafen vor lauter Knallerei. Knaller und Raketen hören, sehen wir jeden Tag. Mittlerweile ist es nichts besonders mehr. Knaller hört man zu jeder Tages- und Nachtzeit. Man gewöhnt sich an alles. Die Chinesen nehmen in Sachen Vorsicht aber viel Rücksicht auf Passanten. Das kann man von einem betrunkenen Farang in Pattaya nicht behaupten.

Aber wie sieht es mit deutschen Feiertagen im Ausland aus? Weihnachten, Ostern und so. Wie in China Weihnachten gefeiert wird weiß ich noch nicht. Der Osterhase kommt. Zu mindestens in den Werbeprospekten der Metro (deutsches Unternehmen). Ansonsten habe ich noch keine Osterhasen gesehen. Ein Feiertag ist es nicht. Weihnachten in Thailand ist schön. Thais feiern eh jeden Feiertag den es gibt auf der Welt. Ab dem 1. Advent kommen die Lichterketten (noch mehr, als es eh schon sind) heraus, es wird weihnachtlich geschmückt. Die Supermärkte sind weihnachtlich eingestellt. In den Cafés gibt es Kaffee mit Stolle. Nur Glühwein habe ich noch keinen getrunken in Thailand. Der Santa Claus läuft auch herum und im Fernseher sieht man ihn auch ab und zu. Trotzdem, mit Badelatsche, kurzen Hosen und 30Grad kommt keine richtige Weihnachtsstimmung auf. Natürlich gibt es auch Geschenke. Halt, der Thai mag Geschenke wenn er sie bekommt. Bei Natcha war das auch so. Aber 5 Tage auf sein Geschenk zu warten und jeden Tag den großen Karton sehen. Das war Hardcore für die Nerven. Weihnachten und Heiligabend ist eigentlich egal. Hauptsache Geschenke. Aber nicht mit einem Farang, der Karton bleibt stehen bis Heiligabend! Am Heiligen Abend sind wir an die Bar gegangen. Dort gab es eine Weihnachtsfeier. Party, mit Thai-Musik, aber Kartoffelsalat mit Würstchen und Steaks. War ganz lecker. 

Alles in allem sind Feiertage eine tolle Sachen, egal wo man auf der Welt ist.

 

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21       Hunde, Katzen und was sonst noch in den Kochtopf passt

 

Schönes Thema, aber so schlimm wird es nicht für jemanden der Asien kennt. Ich hätte dieses Thema auch als erste abhandeln können weil bestimmt jeder wissen möchte:

„Ist es so, wie der Volksmund es berichtet?“

Das Thema „Essen“ habe ich bereits ausführlich behandelt. Das war halt „Essen“. Jetzt kommen wir zum Thema „ein bisschen Essen“.

Ich habe mich schon an einiges gewöhnt. Thailand hat schon stark geprägt. Trotzdem Hut ab vor den Asiaten. Sie essen alles was wächst und sich bewegt. Keiner mäkelt rum, „Garnelen mag ich nicht, nein, ich esse keinen Fisch, Pilze igitt und schon gar kein Reis und den Rand von der Pizza lasse ich auch liegen!“ So verwöhnt sind nur Millionäre. Ein Asiate kann sich das nicht leisten. Es wird gegessen was die Natur zu bieten hat und keiner mäkelt! Ich liebe die Thai-Küche. Natcha gestand mir vor einigen Wochen, sie kann gar nicht Thai kochen. „Ups“ dachte ich. Sie lernt eher, meint sie. Gut, sagte ich, dann hast du verdammt schnell gelernt. Es schmeckt mir wirklich sehr gut. Sie kochte früher nämlich „Lau“. Insidern ist das ein Begriff. Natcha kommt aus dem Nord-Osten Thailands. Dem sogenannten Isaan. Dort spricht man „Isaan – Dialekt Thailand ­, Laotisch oder Khmer – Dialekt Kambodscha. Aber nicht Thai. Thai lernt man in der Schule, es wird aber nicht zu Hause gesprochen. Dementsprechend ist die Küche zwischen Thai- und Lau-Food völlig unterschiedlich. Lau-Food, oh my Buddha, alles was sich bewegt und nicht schnell genug abhauen kann kommt in den Kochtopf.

Halt! Menschen essen sie nicht. Obwohl, gefragt habe ich sie noch nicht.

Nicht nur in China steht der Hund auf dem Speiseplan. Auch im Isaan wird er gegessen. Leider blieb mir das Vergnügen bisher verwehrt. Natcha schmeckt Hund übrigens nicht. Sie möchte Ihn nicht noch mal essen. In der Lau-Food Küche stehen auch frittierte Riesenameisen, Heuschrecken und Maden auf dem Speiseplan. Alles übrigens sehr lecker mit den richtigen Zutaten (habe ich probiert). Kein Scherz, auch Ratten werden gegessen. Dennoch, man ist auch Reis mit Salat und Gemüse, Fisch, Krabben, frisch geschlachtetes Huhn und Fleisch. (Hundefleisch ist hell rosa, das Fleisch war dunkler, sagt Natcha).Auch die Lau-Food Küche kann man essen und viele Hunde und Katzen laufen immer noch im Isaan herum. So nötig haben es die Isaaner wohl doch nicht mit Hund und Katze.

Aber wie ist es in China. Geh mal durch den Supermarkt. Franzosen haben hier ihren großen Spaß. Schnecken, Austern, Miesmuscheln und Riesenfrösche. Alles lebend. Letzteres soll sehr gut schmecken. Versicherte mir ein Schweizer aus dem französischen Teil der Schweiz. Froschzeit im Isaan ist übrigens im August. Na dann, wer es mag nichts wie hin. Nichts des so Trotz, Gemüse und Obst gibt es in Hülle und Fülle. Gemüse ist sehr preiswert. Obst kostet fast das gleiche wie in Deutschland. Es gibt noch so viele andere lecker Sachen im Supermarkt, Fischkopf, Riesenwürmer (30cm und länger), Hühnerfüße, Gänsehals, Schweinepfoten …... Man kann es sich nicht leisten in Asien etwas wegzuwerfen. Alles kommt in den Kochtopf. Hunde isst man in China, aber die Restaurants musst du suchen. Besser, du geht’s mit einem Insider. Den habe ich dann auch gefunden. Meinem Supervisor habe ich eine Aufgabe gegeben. Bezahle du suchst das Restaurant mit dem Hund. Ein Spezialitätenrestaurant in Downtown hat er gefunden. Hund im Hotpott. Einige Kollegen wussten nicht was sie aßen. Sie meinten, „Kann man essen. Ist OK“. Also schlecht hat der Hund nicht geschmeckt und rosa war das Fleisch tatsächlich.

Doch auch Chinesen lieben ihre Haustiere. Es gibt auch Hunde und Katzen die an der Leine mit Herrchen zusammen spazieren gehen. Naja, ein Schwein lässt man auch nicht alleine frei laufen. Man füttert es bis es groß ist und dann……

 

Guten Appetit!

 

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22       Taxi 2

 

Jeden Morgen und jeden späten Nachmittag mit dem Taxi unterwegs. Hardcore vom feinsten. Jeder hört einen anderen Sender. Mal mit Musik, mal ein Monolog und mal … Verstehen tut man sowieso nichts. Deswegen ist das Radio auch nicht so wichtig. Aber heute Morgen. Jetzt. Frühsport und Frühstück sind gerade erfolgreich beendet worden. Man steht frisch vergnügt am Straßenrand und winkt nach einem Taxi. Dann so etwas. Das erste Mal mit einer Frau unterwegs! Nichts gegen Frauen am Steuer, aber den Radiosender, den sie hört, kenne ich noch nicht. Ich glaube jedes Lied was hier gespielt wurde singt Joy Gruttmann. „Schnappi“ mal schneller, mal langsamer und mal rückwärts. Ein Gequake vom feinsten. Als Mann brauchst du da gute Nerven. Ruhig bleiben ist die Devise. Einfach laufen lassen. Trotz „Frau am Steuer“ ist hierbei an Sex nicht mehr zu denken. Gut, Ich fahre ja auch gerade auf Arbeit und nicht zurück. He, als Mann hat man manchmal solche Gedanken! Als die Weiterbildungsmaßnahmen von Michael Schumacher stattfanden war sie glücklicherweise krank gewesen. Danke Taxifahrerin! Ein Michael Schumacher hat es auf der Xiandai Avenue nicht leicht. Drei bis vier Spuren in jede Richtung. Die langsamsten Autos fahren immer links (wir haben rechts Verkehr), oder in der Mitte oder rechts. Einer ist immer zu langsam. Wie in der Formel 1. Deswegen kann man auch links wie rechts oder durch die Mitte überhohlen. Auf der rechten und linken Spur muss man aber verdammt aufpassen. Da stehen die Damen und Herren schon mal von der Putzkolonne „saubere Avenue“ mit Schubkarre und Besen. Sie haben zwar Sicherheitswesten an, aber diese helfen nicht wirklich und auf den Besen, den sie schwingen, können sie sich auch nicht setzten und schnell wegfliegen wenn das Taxi kommt. Nicht jeder ist halt so ein toller Typ wie Harry Potter. Taxi fahren in Thailand ist dagegen kalter Kaffee. Der Preis wird vorher ausgehandelt. Bist du Farang wirst du über den Tisch gezogen. Bist du Farang mit Thai-Frau werden beide über den Tisch gezogen. Ganz so schlimm ist es hier nicht. Etwas billig er ist es schon in Thailand mit Thai-Begleitung, aber. Ein richtig entsetztes Gesicht macht der Taxifahrer erst wenn Natcha den Preis aushandelt und er nicht billiger werden will. Ich höre mir das Spiel mit völligem Desinteresse an. Dann komme ich. Ich bin Farang. Aber Farangs sind Millionäre und haben keine Ahnung wie das in Thailand abläuft. Denkt er. Natcha kennt das Spiel mittlerweile und sie spielt gut mit. Ich gebe einen Preis in Thai zum Besten. Was du willst nicht. Dann auf Thai „Rau dörn bei“! „Wir gehen zu Fuß“. Sein Gesicht ist dann eine Klasse für sich. Was er nicht weiß. Ich meine wir gehen zu Fuß zum nächsten Taxi. Das sieht echt Klasse aus wenn eine Thai-Maus und ein Farang die Tüten nehmen und losstiefeln. Das können Taxifahrer nicht einordnen. Rucki Zucki kommt eine neues Angebot. Na siehst du, geht doch! Das macht in Thailand richtig Spaß. Nur übertreiben darf ich es nicht, dann gibt es Ärger mit der „Regierung“.

In China geht das nicht. Hier gibt es Taxameter. Generell fahre ich lieber mit Taxameter. In Bangkok fordern wir den Taxifahrer auch sofort auf das Taxameter einzuschalten. Ansonsten kann die Fahrt schnell im Streit enden. Und als Ausländer, auch mit Thai-Frau, hast du immer schlechtere Karten. Im Streitfall heißt es nämlich, „er ist doch Farang, stell dich nicht so an“. In Pattaya ist Taxi fahren auch ein Highlight. Hand hoch und das Taxi kommt. Auf der Beach- und der Second Road fahren hunderte von Taxis. Alles offene Pick Ups, Dach drauf, Holzbank rein, Geländer ran. Schon ist das Taxi fertig. Passen so zwischen 10-12 Person drauf. In Pattaya läuft niemand freiwillig. Die Taxis fahren immer schön im Großen 5km langen Kreisverkehr. Die einfache Fahrt, egal wohin kostet 10 Baht je Person.  Aber fährt der Thai alleine kostet es nur 5 Baht für ihn / sie. Zehn Baht bringen einen zum Glück nicht gleich um (20 Cent). Etwas teurer, aber dafür wird man bis vor die Haustür gefahren ist die VIP-Tour mit dem Taxi. Für 4 Personen lohnt sich das immer. Kosten ca. 100 Baht. Für 2 Personen ist da das Moped Taxi billiger. Die stehen an jeder Ecke und fahren dich auch bis vor die Haustür bzw. Bar. Kostet zwischen 20-40 Baht p. P. Kommt darauf an wie weit es ist. Allerdings ist die Knautschzone auf so einem Moped äußerst gering. Dafür gibt es aber einen Helm. Ja, es ist Helmpflicht in Thailand! Diese wurde vor einigen Jahren eingeführt. Fast alle halten sich in den Großstätten daran. Auf dem Dorf natürlich nicht. Kurios ist es, dass der Helm im Supermarkt nur 250 Baht kostet (5 €). Ob der dann wirklich hilft wage ich zu bezweifeln. Dennoch die Polizei kassiert fleißig 20-100 Baht ab wenn du ohne Helm fährst. Vielleicht war das auch kein Gesetzt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sondern zur Erhöhung des Nebenverdienstes des Staatsmannes. Angeblich sind Polizisten an den Umsätzen der Knöllchen mit beteiligt, heißt es. Ich kann diese Aussagen nicht bestätigen. Quittungen bekommst du auf Nachfrage immer. Aber frag mal auf Thai als Urlaubs-Farang nach einer Quittung. Wie erwähnt sind die Taxis in Pattaya umgebaute Pick Up’s. Die Pick Up’s fahren auch in den ländlicheren Gegenden. In Ubon Ratchathani (im Dreiländereck, Laos, Kambodscha, Thailand) gibt es für die Pick Up Taxis aber vorgeschrieben Wegstrecken. Dann ist man mit einem Reiseleiter gut beraten. In Bangkok fahren fast ausschließlich Toyota- und Honda-Taxis. Die Japaner haben Thailand übrigens fest in der Hand. Nur sehr selten sieht man europäische Autos. In China dagegen hat VW einen großen Marktanteil. Jedes 5. Auto kommt von VW. VW gibt es hier von super alt, kein Käfer, bis Passat von heute. Den Rest teilen sich Europäer, Asiaten und Amerikaner. Alle Taxis sind VW. In der Regel VW „Santana“. Die Kosten übrigen etwas weniger an Fahrpreis als ein Taxi mit neuem Passat. Von A nach B fahren alle und alle haben die Fenster auf. Es ist egal in welches du einsteigst. Es ist in beiden kein Fahrvergnügen zu spüren. Viele riechen auch stark nach Benzin, oder sind einfach nur etwas schmuddellich. Weiße Sitzbezüge haben sie aber alle. Etwas Stil muss halt sein. Auch der Taxifahrer hat schon einmal weiße Handschuhe an. Nur die Tür hat mir noch keiner geöffnet.

 

Ich bin froh, wenn wir mit dem Fahrrad fahren können.

 

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23       Datum und Uhrzeit

 

Morgens geht die Sonne auf, mittags hält sie ihren Lauf und abends geht sie unter.

Das habe ich als Kind gelehrt bekommen und das ist überall so. Sogar in Asien! Wir sind hier immer noch auf der Nordhalbkugel. Deswegen geht die Sonne auch über Süden nach Westen. In Thailand ist das auch so. Aber das Datum und die Uhrzeit?

In Asien steht man mittlerweile früher auf als in Deutschland! Immer wenn ich morgens halb Zehn in China nach Deutschland anrufe ist niemand im Büro. Alle mache Frühstück. Ein Ausgedehntes Frühstück wie man jeden Tag bemerken kann. Ich lasse das Telefon stundenlang klingeln, aber nichts. Keiner nimmt ab. Ich meine, liebe Kollegen, dass muss doch irgendwann mal nerven. Ich möchte mal wissen was euer Chef dazu sagt. Aber wenn ich Vesper halte, dann kommt von euch ein verschlafenes "Guten Morgen". Und vom Chef ist nicht einmal der Hauch seines Atems zu spüren in Deutschland. Versichern mir meine Kollegen. Nachts, da werden sie wach. Ich bereite mich gerade auf mein abendliches Stoßgebet vor (zu Buddha – nicht das was ihr denkt), da klingelt das Telefon. Mahlzeit! Wie Mahlzeit? Nach Beendigung des Telefongesprächs schläft Natcha und ich kann mich auch verspannt zur Ruhe begeben. So geht das jeden Tag! Na fast jeden, weil am Wochenende meldete sich keiner. Noch nicht! Aber fliege mal nach Thailand. Da sagt man nicht „Guten Morgen“ da sagt man „Sawadee krap“. Nach Thailand fliegen heißt:

Rein in den De Lorean, Türen schließen, anschnallen, „Flukskompensator“ einschalten, richtige Zeit programmieren und 11 Stunden warten.

Nach 11 Stunden Flug von Düsseldorf quer durch das Universum kommst du im Jahre 2551 in Bangkok an. Ja, die Thais sind uns 543 Jahre voraus. Alles was du hier in Thailand siehst und erlebst kommt in 543 nach Deutschland. So gesehen liegt bei Natcha im Bett eine „Mumie“. Eine sehr aktive „Mumie“ wohlgemerkt. Sie ist übrigens im Jahre 2528 geboren. Das steht in Ihrem Ausweis. Nachdem ich das damals von den 543 Jahren erfahren habe wurde mir einiges klarer über Thailand. Zukunft erblühe, so möchte ich auch mal leben. Wahrscheinlich war Helmut Kohl 1990 in Thailand. Hier hat er die Zukunft mit blühenden Landschaften im Osten gesehen. Also Orchideen gibt es hier und Rosen erst, Unmengen. Das Datum schreibt man aber gleich wie in Deutschland. Tag-Monat-Jahr. Nicht in China. Wenn du nach China möchtest geht das Problem mit dem Datum schon los. Im Visaantrag steht nämlich Jahr-Monat-Tag. Alles ausgefüllt. Datum und Unterschrift. Verdammt was ist das? JJJJ-MM-TT. So ein Mist. Alles noch mal neu! Das ist nicht nur im Visaantrag so. Überall in China schreibt man so das Datum. Gewöhnung ist alles. Einen Vorteil hat diese Schreibweise. Nennt man Verzeichnisse im Computer so, sind sie alle schön chronologisch sortiert. TT.MM.JJJJ wäre da durcheinander.

Sommer- und Winterzeit gibt es in Asien nicht. Deswegen verringert sich der Zeitunterschied zu Europa etwas im Sommer. Aber wenn ich halb Elf nach Deutschland telefoniere ist immer noch Frühstückspause, oder schon Mittag. Die Uhrzeit in China habe ich noch nicht gelernt. Aber auf Thai kann ich diese. Für einen Farang ist das schwer nach zu vollziehen warum man das so schwierig und doch so einfach macht. Klingt komisch, ist aber so. Lust auf einen Thai Kurs. Los geht’s.

 

 

Deutsch

Thai

Erklärung

 

 

 

00:00

Thiang khün

Mitten in der Nacht

01:00

Die nüng

Ein Uhr früh

02:00

Die song

Zwei Uhr früh

03:00

Die sam

Drei Uhr früh

04:00

Die si

Vier Uhr früh

05:00

Die ha

Fünf Uhr früh

06:00

Hog mung tschau

Sechs Uhr Morgens

07:00

Nüng mung

Ein Uhr Vormittag

08:00

Song mung

Zwei Uhr Vormittag

09:00

Sam mung

Drei Uhr Vormittag

10:00

Si mung

Vier Uhr Vormittag

11:00

Ha mung

Fünf Uhr Vormittag

12:00

Thiang wan

Mitten am Tag

13:00

Bai nüng

Ein Uhr Nachmittag

14:00

Bai song

Zwei Uhr Nachmittag

15:00

Bai sam

Drei Uhr Nachmittag

16:00

Bai si

Vier Uhr Nachmittag

17:00

Ha mung jen

Fünf Uhr Abends

18:00

Hog mung jen

Sechs Uhr Abends

19:00

Nüng tuhm

Ein Uhr Nacht

20:00

Song tuhm

Zwei Uhr Nacht

21:00

Sam thum

Drei Uhr Nacht

22:00

Si Thum

Vier Uhr Nacht

23:00

Ha thum

Fünf Uhr Nacht

 

 

Viel Spaß beim Lernen. Halb gibt es auch. Bei uns halb Zehn. Ist ja halb nach Neun. In Thailand wäre halb Zehn (Sam mung krüng) 3 Uhr Vormittag und ein halb. Ich habe ca. 1 Monat gebraucht um diese Einteilung zu lernen. Aber die Aufteilung ist doch ziemlich einfach. „Thum“ und „die“ sind zum Schlafen da. Bei „mung“ und „bei“ ist man wach (meistens). Die Nacht beginnt wirklich 19:00. Bedingt durch die Sterne. In Thailand geht die Sonne um 07:00 auf und 19:00 Uhr unter. Dämmerung gibt es nicht. Ist die Sonne weg ist es dunkel. Strom kostet Geld, deswegen geht man ins Bett. Ist billiger und macht viel mehr Spaß als arbeiten. Hallo, Hallo, schlafen! Ihr denkt jetzt, mein Gott ist das schwierig mit der Uhr. Jedoch bring einem Ausländer mal 10 vor 11, viertel nach, drei Viertel, 5 vor halb 11 bei.

Und ich rede hier nicht einmal von „drei viertel 7“ lieben Sachsen. Das begreifen nicht einmal Rheinländer die deutsch sprechen.

 

Leider kann ich nichts zur chinesischen Uhrzeit schreiben. Vielleicht kennt sich aber jemand damit aus. Dann schreibt mir.

 

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24       Martin-Horn und Blaulicht

 

„Blaulicht“ oder „Rotlicht“? Ich meine nicht das Rotlicht von diversen Etablissements. Sondern die Sondersignalfarben der Einsatzkräfte. In Deutschland haben wir das schöne, allseits bekannte Blaulicht. Siehst du das Blaulicht im Rückspiegel fährst du rechts ran. Ist das in Asien auch so?

In Asien ist vieles anders. Es beginnt mit dem Licht. In Thailand ist das „Blaulicht“ rot. Ich weiß nicht warum, vielleicht möchte man den Farang einfach nur daran erinnern. Heute Nacht Working Street. Das Martin-Horn kommt dafür aber sehr selten zum Einsatz. Das Rotlicht sieht man dafür schon häufiger. Anhalten tut man deswegen aber nicht gleich. Dennoch die Autofahrer in Thailand haben sich in den letzten 10 Jahren stark gebessert. Ich habe das Gefühl gehabt, dass jeder auf den anderen Aufpasst. Man fährt schon rücksichtsvoller in Thailand.

Ich China passt aber jeder auf sich selbst auf. Ein anderer tut es nicht. Den Vogel schießen die Chinesen mit der Signalfarbe ab. Sie können sich nicht entscheiden! Sie haben Rot-Blau-Licht am Polizeiwagen. Links rot, rechts blau und in der Mitte das Horn. Sieht sehr interessant aus. Mit der Polizei habe ich bisher keinen Kontakt gehabt. Weder in Thailand noch in China. Darauf kann ich auch gut verzichten.

 

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25       Brot und Brötchen, oder was man sonst so braucht zum deutschen Frühstück

 

Ich glaube das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit für uns Deutsche. Weil ohne Frühstück geht bei uns kaum etwas, oder? Deshalb ist es schwer ein deutsches Frühstück in der Welt zu finden. Kaum ein Hotel kann mir das bieten was ich wirklich gerne esse zu Frühstück, nämlich Leberwurst. Nicht irgendeine Leberwurst, nein feine Kalbsleberwurst. Weder in Thailand noch in China im Hotel gab es Leberwurst. In Pattaya, im Thai Garden gab es ein hervorragendes „Deutsches Frühstück“. Es heißt im Thai Garden gibt es das beste deutsche Frühstück von ganz Pattaya und eines der teuersten. Mit 7€ ist es verdammt teuer im Vergleich zu anderen Restaurant. Es ist aber super. Nach so einem Frühstück kannst du dich vergeblichste umsehen in Suzhou. In Shanghai, im Hua Hing Tower war das Frühstücksbuffet gut. In Suzhou konnte man eigentlich darauf verzichten. Aber was nutzt das beste Frühstück im Thai Garden wenn ich 9 Woche das gleiche habe. Irgendwann nach 6 Wochen konnte ich nun nicht mehr verzichten. Leberwurst musste her. Auf in den nächsten Supermarkt. Der Lotus ist gleich um die Ecke. Dort gibt es Leberwurst! Also dann, jeden Morgen mit meiner Leberwurst zum Frühstücksbuffet. Gelächelt haben alle. Gesagt hat keiner etwas. Das Hotel kann nur sparen dadurch! Die Hotelzeiten sich aber vorbei, selber einkaufen ist angesagt. Meist gehen wir zusammen einkaufen. Ein Thai muss halt erst lernen was ein deutscher wirklich auf dem Frühstückstisch haben möchte. Ein Thai isst kein Frühstück. Für ihn ist die erste Mahlzeit so zwischen 11:00 – 12:00. Dann gibt es Reis mit irgendwas dazu. Am Wochenende essen wir zusammen. Mittlerweile hat Natcha sich an das Frühstück der Farangs gewöhnt. Toast kann man essen mit Marmelade und ein weichgekochtes Ei schmeckt auch.

Klingt alles ganz einfach. Der erste Samstagmorgen in Suzhou. Einen Tag vorher habe ich eine Bäckerei gesehen. Ich los, ab mit dem Taxi. Blumen brauchte ich auch, weil die wir am Donnerstag vorsorglich die Vase gekauft hatten. Zuerst die Blumen. Ein Kollege gab mir einen guten Tipp für ein Wörterbuch. Kann ich nur weiter empfehlen. Das hilft immer und überall auf der Welt. Langenscheidt „Wörterbuch ohne Wörter“ 4,95€ im Buchhandel. Also dem Taxifahrer einen Blumenstrauß und ein Geschäft gezeigt. Er überlegte kurz. Wir fuhren ca. 10min. Es gibt gute Blumenfachgeschäfte in Suzhou. Auf zum Bäcker. Freudestrahlend rein, wo sind die Brötchen. Jedes Brötchen war einzeln abgepackt. Weich waren sie alle, kannte ich aus Thailand auch. Mit Körner und ohne. Noch ein Weißbrot. Ab zur Kasse und mit dem Taxi nach Hause. Meiner Natcha die Rosen überreicht. Am Morgen schon ein lächeln, man was wird das für ein Tag. Frühstückstisch gedeckt, Kaffee und Eier. Setzen, Brötchen aufschneiden und los. Dazwischen kam dann das Wort „Schei….“ Die Brötchen hatten alle eine süße Krem-Marzipanfüllung. Das Brot war voll mit süßen Rosinen. Nur ein Brötchen konnte man wirklich zum Frühstück essen. Das erste eigene Frühstück am Samstag mit Brötchen war ein Reinfall. Also musste der Toast wieder herhalten. Jetzt kennen wir uns aus. Es gibt gute Bäckereien mit leckeren Brötchen, Bretzeln und Brot. Selbst Kalbsleberwurst gibt es. Brot und Brötchen sind sogar etwas billiger als bei uns, nur die Wurst ist sehr teuer. Das Frühstück für die Zukunft ist aber gerettet.

 

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26       Flotte Bienen in weiß

 

Es war Samstagmorgen. Ich mache das Frühstück. Natcha möchte eine Pilzsuppe essen. Diese haben wir ein paar Tage vorher gekauft. Leider konnte man die Dose nur mit dem Dosenöffner öffnen. Den hatten wir vergessenen zukaufen. Aber am Taschenmessen war vielleicht etwas dran zum Dosen öffnen. Ein Versuch war es wert. Doch dann passierte es. Ich rutschte ab. Der halbe obere rechte Zeigefinger war aufgeschnitten. Ein kleiner Kratzer halt. Dann kam der „Anschiss“ auf thailändisch. Verband drum. Wird schon gehen, kein Problem sagte ich. Natcha ließ nicht locker. Nach dem Frühstück sind wir dann ins Krankenhaus. Das „Wörterbuch ohne Wörter“ herausgeholt, dem Taxifahrer ein Krankenhaus und meinen Finger gezeigt und los ging es. Wir fuhren ca. 10min. Dann kamen wir an ein großes neu gebautes Krankenhaus an. In der Empfangshalle gab es eine Rezeption. Vor mir stand ein Mann und unterhielt sich mit der Empfangsdame. Ein zweiter Man kam von recht dazu. Kurze Zeit später kam eine Frau. Dass die Chinesen nicht nur nicht lächeln können sondern auch sehr unhöflich, bzw. frech sind, sei hier kurz erwähnt. Der diskutierende Mann ist gegangen. Die Frau von der Rezeption sah mich an, da sprach sofort die zuletzt gekommen Frau los wie ein Wasserfall. Im Supermarkt, od. bei China Mobil ist das genauso. Vordrängeln was das Zeug hält. Das Beste ist wenn sie einen dann noch beiseite schupsen. Sie sind halt sehr unhöflich, die Chinesen. Die gute war mit ihrem Anliegen fertig und ich fragte auf Englisch wo ich einen Arzt finden würde, dabei zeigte ich meine Finger. Jeder müsste jetzt erkennen, dass ich ein Problem habe. Sie brauchte aber nichts sehen. Sie sprach ziemlich gut Englisch. Sie verwies mich an die Notaufnahme. „Gerade aus, durch die Glastür und dann rechts“. In der Notaufnahme angekommen, fragte man mich etwas auf Chinesisch. Keiner verstand hier Englisch, aber ich hatte ja noch meine Finger. Gesagt getan. Das hat er erkannt und ist sofort mit mir zu Arzt. Dieser langweilte sich sowieso. Es war mittlerweile 12:00 Uhr durch und niemand an Patienten war hier, nur ich. Verband ab. Dann kam ein Lächeln und die in der Zeichensprache erklärte er mir die Nähmaschine. Klar war mir das vorher. Bevor wir allerdings anfangen schrieb der die Rechnung. Erst bezahlen, dann geht’s weiter. Gesagt, getan. Die Rechnungsstelle war gleich um die Ecke. Mit der Quittung ging es dann zurück zum Doktor.

Das sterile Besteck ist nicht wie bei uns eingeschweißt sondern in einem schönen Wickeltuch zusammen eingeschnürt wurden. Nach der Mini OP (3 Stiche) machte er meine Papiere fertig. Natcha hat den Papierkram bereits erledigt gehabt und ich habe jetzt eine Krankenhaus „Gold-Card“ mit Magnetstreifen. „Morgen werde ich diese Karte mal Geldautomaten ausprobieren“ dachte ich noch so bei mir.

Dann gab es noch ein Rezept. Die Apotheke war gleich in der Notaufnahme. Zu meiner Verwunderung gab es ganze Packungen. In Thailand ist das süß. Dort gibt es kleine Tütchen wo aus einer 100derter Packung dann 10 St. Abgefüllt werden. Kurz der Name (meistens allerdings Luxus) und die Menge des täglichen bedarfst darauf geschrieben und ab zum Patienten damit. Nach so einem Arztbesuch hat man dann 3­ bis 4 Tütchen in der Tasche und meisten wird man dann gesund. In China gab es 2 große Packungen, 2 etwas kleiner Packungen, 2 unterschiedlich große Ampullen und eine kleine Flasche. Alles in allem hat der Spaß bis jetzt 26€ + Taxifahrt gekostet. Zu Hause angekommen habe ich die Medikamente kontrolliert. Die 3x1 und 2x1. Warum und was ist das? Der Beipackzettel war halt nur auf Chinesisch. Laptop an und im Internet recherchiert. Eines kam mir nämliche komisch vor. Warum bekomme ich ein Medikament wo ein Magen abgebildet ist mit? 13 Jahr unter ständiger ärztlicher Kontrolle (Exfrau) lassen einen sensibel auf Ärzte werde. Magenschutz und Antibiotika, warum? Das Antibiotikum heißt C… (Leider habe ich den Namen vergessen). Bei Google musst du das mal eingeben. Ich dachte, wenn ich zu den Fäden ziehen gehe komme ich in den Kochtopf. Dieses Antibiotikum wird Hunden, Kaninchen und Katzen gegeben. Eigentlich ist es zu teuer und unverträglicher als Penizillin. Erbrechen, usw. Deswegen auch etwas zum Magenschutz. Die Ampullen konnte ich gar nicht zuordnen. Es stand nur Chinesisch drauf. Die Flasche war Wasser zum Reinigen des Fingers. Was soll es, früher brauchten meine Wunden keine Antibiotika und heute auch nicht.

Der Patient ist immer schlauer als der Arzt, oder?

 

Auf zum Fäden ziehen. Das war kurz und schmerzlos. Nach einer Woche muss man ja mal ein bisschen Luft an die verheilte Wunde lassen, dachte ich mir so. Ab mit dem Verband. Nach ca. 3 Stunden löste sich der 1. Faden. Knoten auf und raus. Die anderen Beiden folgten dann im kurzen Abstand. Gute Arbeit Onkel Doktor. Alles ist perfekt verheilt, auch ohne Katzenantibiotika.

Auf zum nächsten Unfall.

 

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27       Sie, ganz in Weiß, Er in schwarz, oder mal sehen was die anderen in China tragen

 

Einige Wochen nach unserer Ankunft waren wir abends im Blue Marlin. Hier halten sich fast nur Ausländer auf. Man ist halt unter seinesgleichen. Viele kommen ohne Frauen, aber manche auch mit. Sind es Chinesinnen, oder wo kommt sie her? Ein geschultes Auge sieht sofort ob sie Chinesin ist oder nicht. Aber wo kommt sie her? Die Augen, das Gesicht verraten die Region. Philippinen, Malaysia, Laos, Kambodscha und Thailand. Sie sehen annähernd gleich aus. Aber wo kommt sie her? Wer fragt und in welcher Sprache? Egal, mit Englisch geht es immer. Siehe da, sie kommt aus Thailand, ihre Freundin auch. Es wurden warm an der Bar trotz -4Grad draußen. Wir kamen ins Gespräch. Er ist deutscher und sie Thai. Sie leben seit 4 Jahren in Suzhou und sie sind standesamtlich verheiratet. Am nächsten Tag, es war ein Sonntag haben wir uns zum Essen mit Radtour verabredet. Dort kam heraus dass sie hier, in China, auf dem Thailändischen General Konsulat in Shanghai geheiratet haben und alles super Easy war. Warum „super Easy“, heiraten in Deutschland ist doch auch einfach. Unterlagen von beiden Partnern besorgt. Termin gemacht auf dem Standesamt und schon gibt es lebenslänglich Gefängnis (oder bis zum Ausbruch). Ist doch „Super Easy“! Das alles geht aber nicht ohne die „gut alte deutsche Bürokratie“, wenn man eine Ausländerin in Deutschland heiraten möchte. Ich gebe mal mein Bestes und ich hoffe ihr versteht das, falls nicht, lesen bloß nicht die offiziellen Seiten.

Ich brauche:

1)    Reisepass / Personalausweis

2)    Aufenthaltsbescheinigung mit Familienstand „geschieden“ (erhältlich beim Einwohnermeldeamt)

3)    Abstammungsurkunde (erhältlich beim Geburtsstandesamt)

4)    Beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch der Vorehen mit eingetragener Scheidung

 

Natcha braucht:

1)    Reisepass / Personalausweis

2)    Meldebescheinigung (Auszug aus dem Hausregister)

3)    Geburtsurkunde der zuständigen Heimatbehörde (Bezirksamt) – soweit eine Geburtsurkunde nicht vorgelegt werden kann, hilfsweise ein Auszug aus dem thailändischen Hausregister)

4)    Ledigkeitsbescheinigung der zuständigen Heimatbehörde (Bezirksamt)

5)    Bescheinigung des Zentralregisteramtes Bangkok über die Durchsuchung des Zentralregisters nach Vorehen und deren Auflösung

6)    Geburtsurkunde des Kindes unter alleiniger Vermögenssorge

7)    Urkunde über die Namensänderung

 

 Angaben ohne Gewähr

 

Na, noch Lust auf heiraten?

Das ist erst der Anfang. Bei mir ist das einfach. Legst du etwas Geld in den Umschlag und schreibst ein Schreiben an die deutschen Ämter, dann bekommst du die Unterlagen. Bei Natcha ist das ähnlich, es ist zwar viel billiger (vorerst) aber du musst dort hin, zu den Behörden. Gut der liebe Schwiegerpapa kümmert sich um die Unterlagen, bis auf die von Bangkok. Alle Unterlagen kann man aber sofort mitnehmen. Keine Bürokratie bis jetzt. Aber jetzt kommen die Deutschen in Thailand ins Spiel. Natcha braucht ein Heiratsvisum für Deutschland.

D. h. Deutsche Botschaft in Bangkok, Ausländerbehörde Deutschland, Standesamt in Deutschland, Oberverwaltungsgericht und alle Thailändischen Behörden auf einmal. Kurz gesagt, viel Geduld und Zeit.

Mit den thailändischen Unterlagen gehst du in ein staatlich anerkanntes Übersetzungsbüro. Die Übersetzungen dauern 1 Tag und kostet 20€ je Urkunde, dann geht’s zur deutschen Botschaft. Beitrittserklärung ausfüllen und Sie muss persönlich und in Anwesenheit eines Botschaftsmitarbeiters unterschreiben. Damit ist die Beitrittserklärung legalisiert, kostet 25€. Reisepass wir kopiert und legalisiert, kostet 25€. Alle anderen Unterlagen werden jetzt von der Botschaft aus zu den anderen thailändischen Behörden geschickt zur Legalisierung, koste je Urkunde 25€. Dauer ca. 4-6 Wochen. Parallel kann der Antrag zum Heiratsvisum gestellt werden, kostet nichts. Dauer der Bearbeitung 6-8 Wochen, mit der bitte der Botschaft sich nach 4 Wochen beim zuständigen Ausländeramt zu melden und sein Anliegen noch mal vorzutragen, damit der Antrag auch ja bearbeitet wird. Dieser Satz steht so im Heiratsflyer (6 Seiten) der deutschen Botschaft in BKK. Ein Irrsinn seines gleichen. Die wissen genau, wenn man nicht anruft dauert es länger, man denkt sich „vielleicht möchte er ja auch nicht mehr Heiraten. Er hat das alles nur aus Spaß gemacht!“ Es wird bei der Bürokratie auf Bürokratie schwächen hingewiesen. Ich glaube so etwas erlebt man nur in Deutschland. Antrag gestellt und ab nach Hause zum Warten. Die Ausländerbehörde meldet sich schneller als erwartet. Eine Frau möchte sie Heiraten heißt es. Setzen sie sich mit ihrem Standesamt in Verbindung, Gesagt, getan. Das Standesamt schreibt dann, dass die Frau ein Ehefähigkeitszeugnis benötigt. Da es dieses in Thailand nicht gibt, kann man nicht Heiraten in Deutschland, außer… Ja nun sag schon, denkt sich jetzt jeder. Es muss doch gehen. In jeder Bürokratie gibt es für jede Gelegenheit einen Antrag. Der Antrag zur Aufhebung der Erbringung des Ehefähigkeitszeugnisses. Dieser geht an das Oberverwaltungsgericht. Die Bearbeitung dauert 4-6 Wochen. Er kann aber erst gestellt werden wenn alle Unterlagen vollständig in Deutschland dem Standesamt vorliegen und geprüft worden. Die legalisierten Unterlagen werden dann von der Botschaft direkt nach Deutschland geschickt. Die Erteilung des Visums erfolgt aber erst wenn die Ausländerbehörde und das Oberlandesgericht das OK geben. Solang bleibt sie in Thailand. Hat einer mal die Zeiten plus Organisation und Postweg zusammengerechnet. Ca. 4 Monate und mehr. Zur Eheschließung dürfen alle Urkunden aber nicht älter als 6 Monate sein! Ein Fehler und dann, und dann geht alles wieder von vorne los. Bei den 6 Monaten der Urkunden geht die Zeit aber nach Erteilung des Visums wieder von vorne los.

Gut, wir sind noch nicht einmal am Anfang dieses Weges. Ein guter Bekannter hat jetzt alle Unterlagen zusammen und war beim Standesamt. Leider hat die kompetente Kollegin gerade 2 Wochen Urlaub. Er möchte doch bitte warten weil sich nur eine Person auf dem Standesamt mit schwierigen Ausländerfragen auskennt. (Das war in Heinsberg auch so, als ich dort Information wollte. Ich habe auch 3 Tage gewartet. Geduld, Geduld, Geduld)

Alles Easy.!?

Falls ihr denkt „heirate doch in Thailand“. Die Behörden sind doch nicht so bürokratisch, dann denkt ihr falsch.

Man braucht genau dieselben Unterlagen und dieselbe Zeit. Es geht nicht schneller. OK, ihr seid ca. 2 Monate früher verheiratet, aber die Legalisation der Heiratsurkunde dauert auch 6-8 Wochen.

Danach bekommt sie erst ein Visum. Und die Steuerklasse 3 bekommt ihr erst wenn die Frau in Deutschland gemeldet ist.

 

Dann kam der heiße Tipp im Blue Marlin. Heiratet doch hier in Shanghai, haben wir auch gemacht. War alles ganz einfach. Wir habe das Thailändischen General Konsulat in Shanghai angeschrieben und den Deputy Consul. Kurz darauf bekamen wir eine Antwort. Wir telefonierten miteinander um Einzelheiten zu klären. Super Easy. Jetzt die Liste was wir hier an Unterlagen brauchen.

 

Ich brauche:

1)    Reisepass / Personalausweis

2)    Beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch der Vorehen mit eingetragener Scheidung

 

Natcha braucht:

1)    Reisepass / Personalausweis

2)    Meldebescheinigung (Auszug aus dem Hausregister)

3)    Ledigkeitsbescheinigung der zuständigen Heimatbehörde (Bezirksamt)

 

Meine Unterlagen müssen ins Englische Übersetzt werden durch das deutsche Generalkonsulat in Shanghai. Das war alles. Nach der Eheschließung bekommen wir die Urkunde auf Thailändisch und Englisch von der Botschaft. Wir sind Mann und Frau. Die Heiratsurkunde und wir dann in Bangkok übersetzt und von der Deutschen Botschaft legalisiert. Nach der Legalisierung wird nur noch das A1 Zertifikat vom Goethe Institut benötig um den Visaantrag auf Familienzusammenführung zu stellen.

 

Ich komme auf dieses Thema noch mal separat zurück:

 

„Der Spaß mit Ämtern und Behörden in Asien uns Deutschland.“

 

Auf zum deutschen Generalkonsulat in Shanghai. Ich bin gespannt, was die Deutschen zu unserem Plan sagen. Jetzt am Wochenende ist Brautkleid suche angesagt. Nicht für Thailand. In Thailand heiraten wir nach alter klassischer Tradition. Da hat Natcha ein super schönes Kostüm, sagt sie. Nein, wir brauchen ein Brautkleid für China. Wie sucht man am besten ein Braut-Moden-Geschäft. Über Google. Google auf und eingegeben „Suzhou buy wedding dress“. Das funktioniert! Mein Supervisor hat sofort angerufen und nach den chinesischen Adressen (für den Taxifahrer) gefragt. Als Ausländer hat man bei Verhandlungssachen immer die schlechteren Karten. Will heißen, man zahlt immer das doppelt als den normalen Preis und weinen tun die Händler trotzdem noch! Mein Kollege gab mir Recht! Deshalb habe ich Ihn gefragt ob er Zeit hätte. Und er kommt mit. Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten. Ich bezahle wirklich den China-Preis, oder ich bezahle seine Provision noch mit. Ich werde das wohl nie erfahren? Los geht es. Samstagmorgen, ab in das Taxi und zur Nantou Street, Huqiu Jinchang gefahren. Nach 20min fahrt sind wir angekommen. Ich glaub, ich träume. Nicht 2 oder 3 Brautmoden Geschäfte, nein 25 – 30 und Bräute ohne Ende. Brautkleider von 9€ - 500€. Für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei. Kleider von Barock über Western bis Moderne und Chinesisch Klassisch. In Farben von Weiß über Grün bis Lila mit Weinrot. Von schmal geschnitten bis weit fallend mit oder ohne Schleppe. Es gibt alles und alles wird auf Maß- und Wunsch angefertigt. Braut- und Cocktailkleider soweit das Auge reicht. Viele Geschäfte über 2 – 3 Etagen. In Suzhou gibt es mehrere Seiden- und Brautkleidmanufakturen, habe ich erfahren und halb China kommt nach Suzhou um Brautkleider zu kaufen. So etwas habe ich noch nicht gesehen in der Menge und in der Auswahl. Nächste Woche wollen wir ein Kleid kaufen. Mal sehen für welches sich Natcha entscheidet. Das Kleid durfte ich ab jetzt nicht mehr sehen. Natcha ist mit ihren Freundinnen und meinem Supervisor allein losgezogen. Sie haben ein Kleid gekauft. 5 Tage dann ist es fertig. Maßgefertigt und schnuckelig. Natcha meint das Kleid ist nicht schön, aber OK. Die Kosten variierten bei ihr von 450 – 2000 RMB. Überraschung ist alles.

PS. Ein Traum in Weiß folgte am 18.04.2008.

 

Der Hochzeitstermin war am 18.April 2008. Die wenigen Unterlagen haben Kollegen aus Deutschland geordert (in meinem Auftrag) und nach China gesandt. Natcha’s Unterlagen hat Papa nach China geschickt.

Frau Beautyful übt jetzt schon fleißig schreiben Natcha Schoen“.

 

Alles hat wunderbar geklappt und vielen Dank an alle Beteiligten Kollegen, Freunde und Verwanden.

Seit diesem Tag sind wir verheiratet.

 

Das war’s von unserer Seite aus. Die Story lebt natürlich weiter. Man kann sich freuen auf die nächste Veröffentlichung.

 

 

Wir über uns

 

Der Spaß mit Ämtern und Behörden in Asien uns Deutschland.

 

 

Bis dahin

 

Natcha & Rene Schoen

 

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